<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>137b zeitweise</title>
	<atom:link href="http://www.137b.org/?feed=rss2" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>http://www.137b.org</link>
	<description>Marcel-André Casasola Merkle bloggt</description>
	<lastBuildDate>Wed, 09 May 2012 19:46:04 +0000</lastBuildDate>
	<language>en</language>
	<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
	<generator>http://wordpress.org/?v=3.0.1</generator>
		<item>
		<title>Mein Rad</title>
		<link>http://www.137b.org/?p=2445</link>
		<comments>http://www.137b.org/?p=2445#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 08 May 2012 08:41:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>zeitweise</dc:creator>
				<category><![CDATA[Piraten]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Satire]]></category>
		<category><![CDATA[Text]]></category>
		<category><![CDATA[Geistiges Eigentum]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.137b.org/?p=2445</guid>
		<description><![CDATA[Ich habe mir ein Fahrrad gekauft. Ein sc &#8230; <a href="http://www.137b.org/?p=2445">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich habe mir ein Fahrrad gekauft. Ein schönes Modell. Ich habe lange darauf gewartet.</p>
<p>In den USA ist es schon seit einem Jahr auf dem Markt. In Deutschland nicht. Und Import wäre illegal gewesen. Letzten Monat konnte man es sich für eine Woche bei einem großen TV-Sender kostenlos leihen und eine kleine Spritztour machen. Das hat mir gefallen.<br />
<span id="more-2445"></span><br />
Aber am Ende der Woche wurde es wieder weggesperrt. Und ich musste warten.</p>
<p>In den Hinterhöfen meines Viertels gab es anschließend das Fahrrad für lau. Einfach zum Mitnehmen. Ganz geheuer war mir das nicht.</p>
<p>Aber egal. Mein Rad ist jetzt da. Und es ist schön.</p>
<p>Bis auf den großen, bunten Aufkleber auf dem Rahmen: Ich solle doch bitte keine Fahrräder klauen oder nachbauen steht da. Logisch. Wozu auch? Ich habe es ja gekauft.</p>
<p>Vor dem ersten Losfahren musste ich den Hersteller anrufen und ihm erzählen, in welchen drei Stadtteilen ich das Fahrrad nutzen will. Wenn ich in einen unautorisierten Stadtteil fahre, schlägt automatisch die Bremse an. Da muss ich selbst gar nichts tun. Das ist Service. Ich kann dann bei dem Hersteller anrufen und das Fahrrad umbuchen. So komme ich durch die ganze Stadt.</p>
<p>Wenn ich mein Rad verleihen will, dann ist das nicht ganz erlaubt. Der Sattel sendet schwache Ströme durch den Körper und misst den Widerstand. An der Fettverteilung im Hintern erkennt er, wer auf dem Fahrrad sitzt. Und bin ich es nicht, fängt die Klingel an zu läuten. Ich muss jetzt gut aufpassen bei meinen Diäten. Sonst erkennt mich mein Fahrrad nicht mehr.</p>
<p>Neulich wollte ich es umlackieren. Das Khaki fand ich nicht mehr zeitgemäß. Im Baumarkt hat man mich ausgelacht. Das wäre höchst illegal. Ob ich denn den Hersteller gefragt hätte. Der hätte sich schließlich was gedacht bei der Farbe.</p>
<p>Die Stadt baut jetzt neue Fahrradwege und ich fand das anfangs auch gut. Jetzt geht aber ein Gerücht: Mein Fahrrad kann darauf gar nicht mehr fahren. Die Reifen sind zu schmal. Die gehen nicht auf dem neuen Belag.</p>
<p>Aber bald gibt es eine neue Generation. Mit versiegeltem Kettengehäuse. Noch sicherer werden diese Räder.</p>
<p>Und an den Wegen stellen sie jetzt Polizeihäuschen auf. Um zu kontrollieren, wer auf welchem Fahrrad sitzt. Und wenn man den Sichtkontakt zu allen Häuschen verliert, dann wirft einen das Rad vom Sattel. Bei Nebel liegen die Menschen dann oft wie Fallobst auf der Straße.</p>
<p>Wird mein Fahrrad geklaut, kann es teuer werden. Dann hab ich es nämlich verbreitet. Der Hersteller kann dann ja keines mehr direkt an den Dieb verkaufen. Und ich stehe dafür gerade.</p>
<p>Das ist mir dann doch zu heikel. Jetzt will ich mein Fahrrad verschenken. Man munkelt, dass dürfe ich aber nicht. Man hat mir gesagt, es wäre nur meins. Da hab ich es einfach gelöscht.</p>
<p>Siegfried Kauder hatte schon Recht: Geistiges Eigentum ist wie ein Fahrrad – <a href="http://netzpolitik.org/2012/acta-anhorung-im-deutschen-bundestag/">genau so</a>.</p>
<hr/>
<h6>Veröffentlicht von Marcel-André Casasola Merkle unter <a href="http://creativecommons.org/licenses/by/3.0/de/">cc-by 2.0</a></h6>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.137b.org/?feed=rss2&amp;p=2445</wfw:commentRss>
		<slash:comments>121</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Die Türsteher vom Club „Kultur“</title>
		<link>http://www.137b.org/?p=2427</link>
		<comments>http://www.137b.org/?p=2427#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 05 Apr 2012 13:39:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>zeitweise</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Piraten]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Text]]></category>
		<category><![CDATA[Urheberrecht]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.137b.org/?p=2427</guid>
		<description><![CDATA[Ich bin fassungslos. Der Türsteher vom  &#8230; <a href="http://www.137b.org/?p=2427">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Ich bin fassungslos. Der Türsteher vom Club „Kultur“ durchwühlt meine Tasche. Er sagt mir, wann ich zu tanzen habe, wie ich zu tanzen habe. Keine Flaschen vor der Tür. Warum er das darf? Er stand immer schon da.</em></p>
<p>Bei der Debatte um Urheber- und Verwertungsrechte geht nicht darum, Künstler in die Gosse zu werfen, genauso wenig wie es beim Atomausstieg darum geht, Kernkraftwerksmitarbeitern Haus und Hof zu rauben. Der Kampf ums Urheberrecht ist ein Kampf der Privilegierten. Ein Kampf der Verwerter. Ein Kampf um tradierte Geschäftsmodelle. Ein Kampf um Einnahmequellen. Ein Kampf derer, die jetzt von ihrem kreativen Schaffen leben können und Angst haben. Angst, dass sich etwas ändert, Angst, dass sie neue Wege finden müssen; Wege, die ungewiss sind. Angst ist verständlich. Ein guter Berater ist sie nicht.</p>
<p><span id="more-2427"></span>Wie die Energiewende kam, steht jetzt der Kulturwandel vor der Tür. Das digitale Zeitalter hat Fakten geschaffen. Ohne tiefgreifende Einschnitte in unsere Grundrechte kann man nicht mehr kontrollieren, was mit einem veröffentlichten Werk geschieht. Es ist wie mit einem gedruckten Buch. Einmal in Händen des Kunden, entzieht es sich der Beobachtung. Ob es als Klolektüre dient, verschenkt wird, verliehen, weggeworfen oder durchsetzt mit Eselsohren immer und immer wieder aus dem Schrank geholt. Wir wissen es nicht. Man kann das bejammern oder Funkchips in die Buchrücken einweben. Man kann sich entscheiden zwischen Gelassenheit oder einer lückenlosen Überwachungskette.</p>
<p>Der Kampf um die Kontrolle ist ein Kampf der Eliten. Alles soll mindestens so bleiben wie es ist. Die, die haben, sollen weiterhin haben. Die, die mächtig sind, sollen es bleiben.</p>
<p>Doch in Deutschland zählen nur zwei Sorten von Kultur: die traditionelle Hochkultur und die kommerziell Erfolgreiche. Subventioniert wird, was bereits anerkannt ist. Opern und Theater, der öffentliche Rundfunk mit der GEZ, Bücher haben die Buchpreisbindung und einen vergünstigten Mehrwertsteuersatz. Filmförderung ist Prestige- und Wirtschaftsförderung. Was kommerziell erfolgreich war, soll weiter kommerziell erfolgreich sein: Abmahnungen, Leistungsschutzrecht für Presseverlage, Überwachung der Nutzer.</p>
<p>Was ist mit den Subkulturen, was ist mit der Alltagskultur? Wer entlohnt meine Tweets? Darf ich remixen? Was aus dem Raster fällt, wurde nie geschützt und gefördert. Selbst halbwegs etablierte Zweige wie die Brettspielbranche werden so stiefmütterlich behandelt, dass selbst heute nicht völlig klar ist, ob ihre Werke überhaupt unter das Urheberrecht fallen.</p>
<p>Wo ist der große Wurf, der möglichst vielen Menschen die Möglichkeit gibt, aktiv und passiv an Kultur teilzuhaben ohne Mittwoch bis Sonntag an einer Scheibe trocken Toast zu nagen? Warum die verkrampfte Aufteilung in Hobby und Beruf, in Unterhaltung und ernsthafte Kunst, in wertvolle, weil vergütete Kultur und den Rest, der abseits traditioneller Verwertermodelle in etwa so viel Lobby hat  wie der Dreck unter meinem Fingernagel?</p>
<p>Was ist mit Strukturen und Rechtsunsicherheiten, die Kultur verhindern? Weil sich Rechte nicht klären lassen, weil die Gefahr zu groß ist, abgemahnt zu werden, weil Verwerterdominanz alternative Formen ausbremst, weil es Knebelverträge gibt, die den Urhebern selbst verbieten, ihre eigenen Werke zu nutzen oder neue, aber „konkurrierende“ Werke zu schaffen?</p>
<p>Wenn wir fragen: „Wovon soll ich leben?“, dann bitte mit ein bisschen Ehrlichkeit. Wovon leben jetzt die weniger erfolgreichen Künstler oder die, die nicht genug im Mainstream schwimmen? Wer vertritt sie?</p>
<p>Vielleicht hätten sie eine Chance in der neuen Welt, wo das Internet ihnen erlaubt, eine Zielgruppe zu finden. Wo Crowdsourcing und Mikropayment ihnen Geld in den Beutel schwemmen, damit sie tun können, was sie lieben.</p>
<p>Nein, lieber wird die „Kostenloskultur“ diffamiert. Differenzierung bitte: Geht es hier um Paywalls? Oder darum, dass kein Geld an die Verwerter fließt? Nur weil etwas kostenlos konsumiert wird, kann es dennoch finanziert worden sein: vorab, über andere Jobs, im Nachhinein, über Werbung. Für die Nutzung zu bezahlen ist nicht der einzige Weg.</p>
<p>Das Privatfernsehen finanziert sich über rechtsdrehende Joghurtbecher. Es gibt Podcasts, die das über Flattr-Buttons tun und Filme, bei denen die Nutzer die Produktionskosten vorschießen. Wer bringt diese Modelle voran? Wo bleibt das einfache Mikropayment? Gibt es hier nicht genug zu tun?</p>
<p>Die Kulturdebatte ist komplex, der Diskurs versteift sich auf Teilaspekte. Systeme können instabil werden, wenn man nur an einer Säule sägt. Ja, wenn die Verwerter alter Schule untergehen, kann man über diesen speziellen Kanal kein Einkommen mehr erzielen. Aber reicht unser Horizont nur dafür, über Computer ohne Diskettenlaufwerke zu jammern? Oder erfinden wir CD-Brenner, USB-Sticks, W-Lan und Bluetooth?</p>
<p>„Aber wie soll man denn Kultur finanzieren, wenn man Menschen nicht zwingt?“</p>
<p>Es geht nicht ums Urheberrecht – es geht um Liebe. Liebe für die Werke. Vertrauen zu den Nutzern. Respekt vor der Schaffenskraft. Wertschätzung der Konsumenten. Anerkennung für die Urheber. Es geht um Interaktion und Feedback. Künstler und Nutzer kleben auf zwei Seiten einer Medaille und streiten sich, wer sie einschmelzen darf. Kunst, die zwingen will, macht sich selbst obsolet. Es geht um Kommunikation auf Augenhöhe und den Mut, Neues zu wagen.</p>
<p><em>Es gibt nicht einen Königsweg. Es gibt viele. Nur Türsteher braucht es dann keine mehr. </em></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.137b.org/?feed=rss2&amp;p=2427</wfw:commentRss>
		<slash:comments>23</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Eintagsfliege, Zweitagsfliege? Frau Dr. Knöbel erklärt die Wahl</title>
		<link>http://www.137b.org/?p=2414</link>
		<comments>http://www.137b.org/?p=2414#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 29 Mar 2012 12:12:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>zeitweise</dc:creator>
				<category><![CDATA[Piraten]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Satire]]></category>
		<category><![CDATA[Text]]></category>
		<category><![CDATA[Landtagswahl Saarland]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.137b.org/?p=2414</guid>
		<description><![CDATA[Die Landtagswahl im Saarland hat viele F &#8230; <a href="http://www.137b.org/?p=2414">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Landtagswahl im Saarland hat viele Fragen aufgeworfen. Parteienforscherin Dr. Ernadette Knöbel bringt Licht ins Dunkel.</p>
<p><em><strong>Sehr geehrte Frau Dr. Knöbel. Die Wahlen im Saarland haben es gezeigt. FDP und Grüne müssen kämpfen, nur die Piratenpartei hat es mit bescheidenen 7,4% deutlich über die 5%-Hürde geschafft. CDU, SPD und Linke hingegen ziehen überraschend klar in den Landtag ein. Ist dieser Erfolg ein Ausreißer oder müssen wir mit tiefgreifenden Veränderungen im Parteiensystem rechnen?</strong></em></p>
<p><em> </em></p>
<p>Die Landtagswahl im Saarland hat alle in Erstaunen versetzt. Um daraus Rückschlüsse auf den Bund zu ziehen ist es allerdings noch zu früh. Wenn man das Ergebnis verstehen will, muss man die Struktur des Saarlands näher betrachten. Auf der einen Seite ist es sehr ländlich geprägt. Das erklärt die hohen Prozentzahlen für CDU und SPD jedoch nur zum Teil. Auch die Altersstruktur spielte eine Rolle. Erste Analysen zeigen, dass die SPD und insbesondere die CDU vor allem bei älteren Wählern punkten konnten.</p>
<p><em><strong>Das klingt nicht sehr nachhaltig.</strong></em></p>
<p><span id="more-2414"></span></p>
<p>Richtig. Es wirft die Frage auf, ob sich diese Parteien wirklich langfristig etablieren können. Immerhin: Der demografische Wandel spielt ihnen dabei in die Hände. Ohne die Überalterung unserer Gesellschaft hätten sie wohl kaum eine Chance.</p>
<p><em><strong>CDU und SPD haben schon vor der Wahl erklärt, gemeinsam in einer Regierung eintreten zu wollen. Woher kommt die Entscheidung, dem Votum der Wähler vorzugreifen?</strong></em></p>
<p><em> </em></p>
<p>Ja, das ist zunächst befremdlich. Mann muss aber auch bedenken: Im Saarland haben sich CDU und SPD weitestgehend isoliert. Sie sind jenseits ihres Lagers kaum kooperationsfähig. Die Alternativen waren, die Blockadehaltung aufzugeben und sich nach außen zu öffnen oder gemeinsam auf 50% der Sitze zu hoffen. CDU und SPD haben sich für letzteres entschieden und waren damit ja auch leidlich erfolgreich.</p>
<p><em><strong>Am Wahlabend wurde immer wieder darauf verwiesen, der Wähler hätte der CDU einen klaren Auftrag erteilt.</strong></em></p>
<p>Das war natürlich anmaßend. Den Wählerwillen kennt nur der Wähler selbst.</p>
<p><em><strong>Sehen Sie darin einen Trend? Einfach so Behauptungen in den Raum zu stellen und zu hoffen, damit durchzukommen?</strong></em></p>
<p><em> </em></p>
<p>Langfristig hat das doch keine Chance. Man kann der Presse nichts vorspielen. Ein paar Minuten später hat das Netz alle Fakten beisammen. Stellen sie sich einen Politiker vor, der nicht das sagt was er meint. So jemand ist nicht bereit Fehler zu machen. Das akzeptieren die Wähler nicht.</p>
<p><em><strong>Wie geht es jetzt weiter? Halten Sie die Parteien für regierungsfähig?</strong></em></p>
<p><em> </em></p>
<p>Nicht wirklich. Das wird noch ein langer Weg. Wir müssen nun zuerst sehen, was aus dem Experiment „Koalitionsvertrag“ wird. Das ist ein Papier, das für fünf Jahre lang halten soll. Wer sich mit Politik auskennt, weiß aber, wie viel sich bereits in einer Woche ändern kann.</p>
<p><em><strong>Aber ist es nicht ein ehrenhafter Versuch?</strong></em></p>
<p>Ein Versuch, der schon einmal gescheitert ist: Im Bund hat die CDU in der laufenden Legislaturperiode die Wehrpflicht abgeschafft, den Atomausstieg beschlossen und muss gegen eine Eurokrise kämpfen. Nichts davon stand im Wahlprogramm oder im Koalitionsvertrag.</p>
<p>Da ist die Tinte noch nicht getrocknet und man muss sich von den festgehaltenen Positionen schon wieder verabschieden. Das zeigt natürlich die noch mangelnde politische Reife dieser Parteien. Wenn sie sich in das parlamentarische System eingliedern wollen, müssen sie begreifen, dass Politik stetig im Fluss ist.</p>
<p><em><strong>Mit Hilfe der Grünen hat die SPD aber doch in NRW bewiesen, dass sie auch mit wechselnden Mehrheiten zurecht kommt.</strong></em></p>
<p><em> </em></p>
<p>Zugegeben. Das ist sehr löblich und hat auch ganz gut funktioniert. Letztlich ist die Regierung ja nicht inhaltlich, sondern an einem Formfehler gescheitert.</p>
<p><em><strong>Und doch wirbt die SPD jetzt um „stabile“ Mehrheiten…</strong></em></p>
<p><em> </em></p>
<p>…und hebelt damit den Einfluss der Parlamentarier gewissermaßen aus. Das ist bedenklich, aber konsequent.</p>
<p><em><strong>Warum konsequent?</strong></em></p>
<p><em> </em></p>
<p>Es verkörpert einen neuen Politikstil, der auf Hierarchien setzt und vor allem auf Personen zugeschnitten ist. Das soll Entscheidungsprozesse beschleunigen. Bei Entscheidungen kommt es aber nicht nur auf Geschwindigkeit an, sondern auch auf Qualität.</p>
<p><em><strong>Um das abzufedern verweisen CDU und SPD auf ihr Programm. Das sei viel detaillierter als das der Konkurrenz.</strong></em></p>
<p><em> </em></p>
<p>Gute Vorbereitung schadet nicht. Wenn man sich allerdings auf einen Lösungsweg versteift, erkennt man gar nicht mehr, dass man seine Ziele auch anders erreichen könnte.  Weil die konkreten Konzepte so nicht umzusetzen sind, werden sie zur Unkenntlichkeit verstümmelt. Die Ideen dahinter bleiben dann schnell auf der Strecke. Parteien brauchen Verlässlichkeit in den Zielen und Flexibilität in den Lösungswegen.</p>
<p><em><strong>Und die haben CDU und SPD nicht?</strong></em></p>
<p>Doch. Aber nicht wie gewohnt, durch Einbindung von Basis und interessierten Bürgen, sondern eben dadurch, das Entscheidungen in die Hände weniger gelegt werden. CDU und SPD haben den Drang alles schriftlich zu fixieren, weil sie noch keine Möglichkeit gefunden haben, auf die Kompetenz sozusagen direkt aus dem Parteikörper zuzugreifen.</p>
<p><em><strong>Das heißt?</strong></em></p>
<p><em> </em>Stattdessen werden Hierarchien aufgebaut. Dem liegt die naive Vorstellung zugrunde, man könne wichtige Entscheidungen einfach so von oben herab diktieren. Partizipative Demokratie haben diese Parteien noch nicht verstanden. Das ist aber wichtig, wenn man sich im Parteienspektrum etablieren will.</p>
<p><em><strong>CDU und SPD nennen sich Volksparteien. Was steht hinter diesem Begriff?</strong></em></p>
<p>Die Parteien wollen sich damit für alle wählbar machen. Es wirkt aber oft ein wenig diffus. Das führt dazu, dass beide Parteien Schwierigkeiten haben, sich voneinander abzugrenzen und ein eigenes Profil zu finden. Da liegt es nahe, einfach nur auf Gesichter zu setzen.</p>
<p><em><strong>Glauben Sie, die dieser Politikstil wird sich auch bei den anderen Parteien durchsetzen?</strong></em></p>
<p><em> </em></p>
<p>Die Linken haben die Personalisierung mit Oskar Lafontaine gekonnt aufgegriffen. Auch die Grünen probieren das schon und diskutieren über ihre Köpfe für den Bundestagswahlkampf. Die begleitenden taktischen Spielchen wirken aber eher aufgesetzt und gekünstelt und vertragen sich schlecht mit ihren basisdemokratischen Traditionen. Man muss nicht jedem Trend hinterherjagen.</p>
<p><em><strong>Abschließend: Werden sich die „Volksparteien“ etablieren?</strong></em></p>
<p><em> </em></p>
<p>Schwer zu sagen. Kurzfristig werden sie sicher eine Rolle spielen. Auch in Schleswig-Holstein und NRW. Wenn sie aber ihr Profil nicht schärfen, sich nicht den demokratischen Prozessen öffnen, halte ich es für unwahrscheinlich. Es fehlt der direkte Draht zum Wähler.</p>
<p><em><strong>Sehr geehrte Frau Dr. Knöbel, wir danken für das Gespräch!</strong></em></p>
<div><em><br />
</em></div>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.137b.org/?feed=rss2&amp;p=2414</wfw:commentRss>
		<slash:comments>2</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Stilwechsel</title>
		<link>http://www.137b.org/?p=2401</link>
		<comments>http://www.137b.org/?p=2401#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 27 Mar 2012 11:26:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>zeitweise</dc:creator>
				<category><![CDATA[Piraten]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Text]]></category>
		<category><![CDATA[Landtagswahl Saarland]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.137b.org/?p=2401</guid>
		<description><![CDATA[Politik folgt ehernen Gesetzen. Feste Ko &#8230; <a href="http://www.137b.org/?p=2401">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Politik folgt ehernen Gesetzen.</strong> Feste Koalitionsaussagen sind ebenso Symptom wie der Schlips um den Hals. Er wird nicht aus modischer Überzeugung getragen. Wie die Kasperle-Mütze signalisiert er, welche Art Theater hier gespielt wird. Und nach welchen Regeln. Es sind stumme Übereinkünfte – über Jahrzehnte trainiert und verfeinert. Politiker befolgen sie und Journalisten auch. Es läuft.</p>
<p><span id="more-2401"></span></p>
<p>Die Rituale haben mit demokratischem Gestaltungswillen, also dem Ringen um Überzeugungen, Wege, Lösungen, nur wenig zu tun: Führung, Geschlossenheit, Disziplin, Hierarchien, floskelhaftes Schönreden, Unzuverlässigkeitsvorwürfe. Die Grünen haben vor 30 Jahren versucht sich diesem Spiel zu entziehen und waren doch erst richtig erfolgreich als sie sich ihm fügten.</p>
<p>So weit nichts Neues. Medien goutieren diese Art der Politik und eine Mehrheit der Wähler auch. Doch die Sehnsucht nach stabiler Top-Down-Politik bröckelt. Ein größer werdender Teil der Wähler wünscht sich Ehrlichkeit, Offenheit, Beteiligung statt formalisiertem Theater. Das bringt gerade die Volksparteien in einen Zwiespalt. Sie sehen sich mit einer neuen Wählergruppen konfrontiert, deren Bedürfnisse der bisherigen entgegensteht. Beteiligung versus Stabilität. Beide Gruppen gleichzeitig anzusprechen ist schwierig. Dies erklärt das Zögern, die neue Gruppe einzubinden. Denn sie ist noch nicht groß genug, um Wahlen zu gewinnen. Und doch ist sie so weit gewachsen, dass eine Partei wie die Piraten locker die 5%-Hürde überspringen kann.</p>
<p>Der Saarland-Wahlkampf 2012 hat gezeigt, wie sehr gerade die Volksparteien noch den überkommenen Ritualen verhaftet sind. CDU und SPD haben die Wahl zwischen alternativen politischen Konzepten auf die Frage nach dem „sie“ oder „er“ eingedampft. Das spiegelt ihre innere Verfassung wieder. Politik von oben gibt es ja nicht nur im Verhältnis Politiker zu Bürger, sondern ist in den Parteien selbst fest verankert. Spitzenkandidaten in kleinen Zirkeln zu bestimmen, anstatt die Basis einzubeziehen, befremdet nicht, sondern gilt als besonders schlagkräftig. Wer aber innerparteilich rein strategisch und hierarchisch agiert, kann auch nach außen Beteiligung und Ehrlichkeit nicht glaubhaft kommunizieren.</p>
<p>Die Parteien müssen sich künftig damit auseinandersetzen, dass die Wähler sich in zwei Gruppen spalten. Mit unvereinbaren Erwartungen. Zur Schau getragene Führungsstärke wird noch eine ganze Weile belohnt werden. Aber einen wachsenden Teil der Wähler erreicht man damit in Zukunft nicht mehr.</p>
<p>P.S. Natürlich gab es schon immer Teile der Gesellschaft, die sich nach mehr Beteiligung sehnten. Nicht zuletzt damit lässt sich der Aufstieg der Grünen Ende der 1970er Jahre erklären. Der Unterschied ist: Beteiligung ist heutzutage nicht mehr so abstrakt oder mühsam. Sie wird ganz praktisch und täglich im Internet gelebt und ist für viele zum Alltag, zur Gewohnheit geworden.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.137b.org/?feed=rss2&amp;p=2401</wfw:commentRss>
		<slash:comments>2</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Das Internet und die Filterbubble</title>
		<link>http://www.137b.org/?p=2391</link>
		<comments>http://www.137b.org/?p=2391#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 27 Feb 2012 10:12:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>zeitweise</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bild]]></category>
		<category><![CDATA[Qualitätspopulismus]]></category>
		<category><![CDATA[Serien]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.137b.org/?p=2391</guid>
		<description><![CDATA[ &#8230; <a href="http://www.137b.org/?p=2391">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.137b.org/wp-content/uploads/2012/02/qp012.png"><img class="aligncenter size-full wp-image-2392" title="qp012" src="http://www.137b.org/wp-content/uploads/2012/02/qp012.png" alt="" width="640" height="336" /></a></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.137b.org/?feed=rss2&amp;p=2391</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Piratiger Aschermittwoch</title>
		<link>http://www.137b.org/?p=2371</link>
		<comments>http://www.137b.org/?p=2371#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 23 Feb 2012 09:50:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>zeitweise</dc:creator>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Piraten]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Satire]]></category>
		<category><![CDATA[Video]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.137b.org/?p=2371</guid>
		<description><![CDATA[Meine Rede zum politischen Aschermittwoc &#8230; <a href="http://www.137b.org/?p=2371">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Meine Rede zum politischen Aschermittwoch der Piraten. Bildqualität ist schlecht. Wahrscheinlich gibt es demnächst noch eine bessere Version.</p>
<p><iframe width="560" height="315" src="http://www.youtube.com/embed/zD6af8T24yo" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.137b.org/?feed=rss2&amp;p=2371</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Spielwarenmesse 2012</title>
		<link>http://www.137b.org/?p=2360</link>
		<comments>http://www.137b.org/?p=2360#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 02 Feb 2012 09:18:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>zeitweise</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Audio]]></category>
		<category><![CDATA[Brettspiele]]></category>
		<category><![CDATA[Podcast]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.137b.org/?p=2360</guid>
		<description><![CDATA[Als kleinen Vorgeschmack zur bereits lau &#8230; <a href="http://www.137b.org/?p=2360">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Als kleinen Vorgeschmack zur bereits laufenden Spielwarenmesse haben Andrea Meyer, Hans-Peter Stoll und ich vor zwei Wochen einen Podcast aufgenommen, in dem wir über die Spieleszene allgemein, unsere Neuheiten und ein bisschen Spielephilosophie sprechen.</p>
<p>Enjoy:<br />
<a href="http://www.137b.org/SpAP/SpAP001.m4a">Spieleautorenpodcast (m4a)</a><br />
<a href="http://www.137b.org/SpAP/SpAP001.mp3">Spieleautorenpodcast (mp3)</a></p>
<p><a href="http://www.137b.org/wp-content/uploads/2012/02/SantaCruz.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-2365" title="SantaCruz" src="http://www.137b.org/wp-content/uploads/2012/02/SantaCruz.jpg" alt="" width="640" height="492" /></a></p>
<p>Mehr Infos zu Santa Cruz:</p>
<ul>
<li><a href="http://www.hans-im-glueck.de/fileadmin/data_archive/Regeln/SantaCruzRegel11_kleiner.pdf">Spielregel</a></li>
<li>Santa Cruz beim <a href="http://www.hans-im-glueck.de/santa-cruz/">Verlag Hans im Glück</a></li>
<li>Messebericht auf <a href="http://de.trictrac.net/news-heimliches-taschen-paradies.php">TricTrac</a></li>
<li>The <a href="http://www.boardgamegeek.com/geeklist/888/item/1997784#item1997784">origins of my games</a></li>
<li>Eintrag auf <a href="http://www.boardgamegeek.com/boardgame/118610/santa-cruz">Boardgamegeek</a></li>
</ul>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.137b.org/?feed=rss2&amp;p=2360</wfw:commentRss>
		<slash:comments>1</slash:comments>
<enclosure url="http://www.137b.org/SpAP/SpAP001.m4a" length="21154538" type="audio/mpeg" />
<enclosure url="http://www.137b.org/SpAP/SpAP001.mp3" length="39719206" type="audio/mpeg" />
		</item>
		<item>
		<title>Ehrliche MacOS-Dialoge</title>
		<link>http://www.137b.org/?p=2355</link>
		<comments>http://www.137b.org/?p=2355#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 26 Jan 2012 09:29:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>zeitweise</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bild]]></category>
		<category><![CDATA[Mac]]></category>
		<category><![CDATA[Satire]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.137b.org/?p=2355</guid>
		<description><![CDATA[ &#8230; <a href="http://www.137b.org/?p=2355">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.137b.org/wp-content/uploads/2012/01/prokrastinieren.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-2356" title="prokrastinieren" src="http://www.137b.org/wp-content/uploads/2012/01/prokrastinieren.jpg" alt="" width="474" height="176" /></a></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.137b.org/?feed=rss2&amp;p=2355</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Parteitag der Piraten in Offenbach</title>
		<link>http://www.137b.org/?p=2344</link>
		<comments>http://www.137b.org/?p=2344#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 06 Dec 2011 15:35:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>zeitweise</dc:creator>
				<category><![CDATA[Piraten]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Text]]></category>
		<category><![CDATA[bpt]]></category>
		<category><![CDATA[offenbings]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.137b.org/?p=2344</guid>
		<description><![CDATA[Und hier meine sicherlich etwas langatmi &#8230; <a href="http://www.137b.org/?p=2344">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.137b.org/wp-content/uploads/2011/12/bptoffenbach.png"><img class="alignleft size-full wp-image-2345" title="bptoffenbach" src="http://www.137b.org/wp-content/uploads/2011/12/bptoffenbach.png" alt="" width="640" height="480" /></a>Und hier meine sicherlich etwas langatmig geratene Zusammenfassung des Bundesparteitags 2011.2 der Piratenpartei, von dem vor allem ein Signal ausgegangen ist:</p>
<p><em>Die Piraten wollen die Menschen in die Lage versetzen, ihre Freiheit zu nutzen.</em></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.137b.org/?feed=rss2&amp;p=2344</wfw:commentRss>
		<slash:comments>2</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Von bösen Mammuts und einsamen Gewinnern</title>
		<link>http://www.137b.org/?p=2340</link>
		<comments>http://www.137b.org/?p=2340#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 29 Nov 2011 09:54:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>zeitweise</dc:creator>
				<category><![CDATA[Piraten]]></category>
		<category><![CDATA[Text]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.137b.org/?p=2340</guid>
		<description><![CDATA[Der Markt ist recht gut darin, Waren zu  &#8230; <a href="http://www.137b.org/?p=2340">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der Markt ist recht gut darin, Waren zu erzeugen und zu verteilen, so wie ein Monopoly-Spiel gut darin ist, Straßen mit Häusern und Hotels zu bebauen.</p>
<p>Und obwohl das System damit (leidlich) seinen Zweck erfüllt, muss es noch lange nicht „gerecht“ sein. Ist es gerecht, dass in Monopoly alle Spieler bis auf einen Bankrott gehen?<br />
<span id="more-2340"></span><br />
Der größte Irrtum bezüglich des Marktes ist zu glauben, am Vermögen ließe sich die Leistung oder gar der Wert eines Menschen für die Gesellschaft ablesen.</p>
<p>Es ist der gleiche Fehler, der schon beim Darwinismus gemacht wurde. Nur, weil eine Art überlebt hat, ist sie noch lange nicht moralisch besser. Die Mammuts sind nicht ausgestorben, weil sie böse waren. Sie waren nur zufällig ziemlich schlecht angepasst an die sich zufällig ändernde Umgebung. </p>
<p>Dass Ungleichheiten entstehen, ist in flexiblen Systemen zwangsläufig und an sich noch nicht schlimm. Die Gewinner sind nicht das Problem. Viel interessanter ist, wie man mit den Verlieren umgeht; welche Lebensumstände man ihnen zumutet. Ob man sich bemüht, sie im Spiel zu halten, ihre Handlungsfreiheit zu bewahren, ihnen neue Chancen zu eröffnen.</p>
<p>Sie zu stigmatisieren und ihnen die alleinige Schuld zuzuschreiben ist einfach. Und dumm. Sie dort sitzen zu lassen, anstatt sie wieder mit ins Boot zu holen ebenfalls.</p>
<p>Wer das tut, hat vielleicht die Partie Monopoly gewonnen. Mitspieler für eine zweite findet er keine mehr.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.137b.org/?feed=rss2&amp;p=2340</wfw:commentRss>
		<slash:comments>5</slash:comments>
		</item>
	</channel>
</rss>

