Die Türsteher vom Club „Kultur“

Ich bin fassungslos. Der Türsteher vom Club „Kultur“ durchwühlt meine Tasche. Er sagt mir, wann ich zu tanzen habe, wie ich zu tanzen habe. Keine Flaschen vor der Tür. Warum er das darf? Er stand immer schon da.

Bei der Debatte um Urheber- und Verwertungsrechte geht nicht darum, Künstler in die Gosse zu werfen, genauso wenig wie es beim Atomausstieg darum geht, Kernkraftwerksmitarbeitern Haus und Hof zu rauben. Der Kampf ums Urheberrecht ist ein Kampf der Privilegierten. Ein Kampf der Verwerter. Ein Kampf um tradierte Geschäftsmodelle. Ein Kampf um Einnahmequellen. Ein Kampf derer, die jetzt von ihrem kreativen Schaffen leben können und Angst haben. Angst, dass sich etwas ändert, Angst, dass sie neue Wege finden müssen; Wege, die ungewiss sind. Angst ist verständlich. Ein guter Berater ist sie nicht.

Wie die Energiewende kam, steht jetzt der Kulturwandel vor der Tür. Das digitale Zeitalter hat Fakten geschaffen. Ohne tiefgreifende Einschnitte in unsere Grundrechte kann man nicht mehr kontrollieren, was mit einem veröffentlichten Werk geschieht. Es ist wie mit einem gedruckten Buch. Einmal in Händen des Kunden, entzieht es sich der Beobachtung. Ob es als Klolektüre dient, verschenkt wird, verliehen, weggeworfen oder durchsetzt mit Eselsohren immer und immer wieder aus dem Schrank geholt. Wir wissen es nicht. Man kann das bejammern oder Funkchips in die Buchrücken einweben. Man kann sich entscheiden zwischen Gelassenheit oder einer lückenlosen Überwachungskette.

Der Kampf um die Kontrolle ist ein Kampf der Eliten. Alles soll mindestens so bleiben wie es ist. Die, die haben, sollen weiterhin haben. Die, die mächtig sind, sollen es bleiben.

Doch in Deutschland zählen nur zwei Sorten von Kultur: die traditionelle Hochkultur und die kommerziell Erfolgreiche. Subventioniert wird, was bereits anerkannt ist. Opern und Theater, der öffentliche Rundfunk mit der GEZ, Bücher haben die Buchpreisbindung und einen vergünstigten Mehrwertsteuersatz. Filmförderung ist Prestige- und Wirtschaftsförderung. Was kommerziell erfolgreich war, soll weiter kommerziell erfolgreich sein: Abmahnungen, Leistungsschutzrecht für Presseverlage, Überwachung der Nutzer.

Was ist mit den Subkulturen, was ist mit der Alltagskultur? Wer entlohnt meine Tweets? Darf ich remixen? Was aus dem Raster fällt, wurde nie geschützt und gefördert. Selbst halbwegs etablierte Zweige wie die Brettspielbranche werden so stiefmütterlich behandelt, dass selbst heute nicht völlig klar ist, ob ihre Werke überhaupt unter das Urheberrecht fallen.

Wo ist der große Wurf, der möglichst vielen Menschen die Möglichkeit gibt, aktiv und passiv an Kultur teilzuhaben ohne Mittwoch bis Sonntag an einer Scheibe trocken Toast zu nagen? Warum die verkrampfte Aufteilung in Hobby und Beruf, in Unterhaltung und ernsthafte Kunst, in wertvolle, weil vergütete Kultur und den Rest, der abseits traditioneller Verwertermodelle in etwa so viel Lobby hat wie der Dreck unter meinem Fingernagel?

Was ist mit Strukturen und Rechtsunsicherheiten, die Kultur verhindern? Weil sich Rechte nicht klären lassen, weil die Gefahr zu groß ist, abgemahnt zu werden, weil Verwerterdominanz alternative Formen ausbremst, weil es Knebelverträge gibt, die den Urhebern selbst verbieten, ihre eigenen Werke zu nutzen oder neue, aber „konkurrierende“ Werke zu schaffen?

Wenn wir fragen: „Wovon soll ich leben?“, dann bitte mit ein bisschen Ehrlichkeit. Wovon leben jetzt die weniger erfolgreichen Künstler oder die, die nicht genug im Mainstream schwimmen? Wer vertritt sie?

Vielleicht hätten sie eine Chance in der neuen Welt, wo das Internet ihnen erlaubt, eine Zielgruppe zu finden. Wo Crowdsourcing und Mikropayment ihnen Geld in den Beutel schwemmen, damit sie tun können, was sie lieben.

Nein, lieber wird die „Kostenloskultur“ diffamiert. Differenzierung bitte: Geht es hier um Paywalls? Oder darum, dass kein Geld an die Verwerter fließt? Nur weil etwas kostenlos konsumiert wird, kann es dennoch finanziert worden sein: vorab, über andere Jobs, im Nachhinein, über Werbung. Für die Nutzung zu bezahlen ist nicht der einzige Weg.

Das Privatfernsehen finanziert sich über rechtsdrehende Joghurtbecher. Es gibt Podcasts, die das über Flattr-Buttons tun und Filme, bei denen die Nutzer die Produktionskosten vorschießen. Wer bringt diese Modelle voran? Wo bleibt das einfache Mikropayment? Gibt es hier nicht genug zu tun?

Die Kulturdebatte ist komplex, der Diskurs versteift sich auf Teilaspekte. Systeme können instabil werden, wenn man nur an einer Säule sägt. Ja, wenn die Verwerter alter Schule untergehen, kann man über diesen speziellen Kanal kein Einkommen mehr erzielen. Aber reicht unser Horizont nur dafür, über Computer ohne Diskettenlaufwerke zu jammern? Oder erfinden wir CD-Brenner, USB-Sticks, W-Lan und Bluetooth?

„Aber wie soll man denn Kultur finanzieren, wenn man Menschen nicht zwingt?“

Es geht nicht ums Urheberrecht – es geht um Liebe. Liebe für die Werke. Vertrauen zu den Nutzern. Respekt vor der Schaffenskraft. Wertschätzung der Konsumenten. Anerkennung für die Urheber. Es geht um Interaktion und Feedback. Künstler und Nutzer kleben auf zwei Seiten einer Medaille und streiten sich, wer sie einschmelzen darf. Kunst, die zwingen will, macht sich selbst obsolet. Es geht um Kommunikation auf Augenhöhe und den Mut, Neues zu wagen.

Es gibt nicht einen Königsweg. Es gibt viele. Nur Türsteher braucht es dann keine mehr.

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24 Antworten auf Die Türsteher vom Club „Kultur“

  1. Social Heinz sagt:

    “Vielleicht hätten sie eine Chance in der neuen Welt, wo das Internet ihnen erlaubt, eine Zielgruppe zu finden. Wo Crowdsourcing und Mikropayment ihnen Geld in den Beutel schwemmen, damit sie tun können, was sie lieben.”

    Zeig mir ein paar Künstler, die mit “Crowdsourcing” und “Micropayment” ihren Lebensunterhalt finanzieren. Ich gehe nach dem Text dann auch mal davon aus, dass alle deine Lieblingsfilme und Musik von Hobbymusikern auf Twitter gemacht wurde? Nein? Was soll der Quatsch dann? Es geht ganz sicher nicht um irgendwelche “Eliten”… sondern um tausende Musiker, Filmemacher, Schreiber, die heute schon nur knapp von ihrem Zeug leben können und die damit kämpfen müssen, dass immer mehr Menschen Kultur einen Dreck wert ist, weil es ja alles kostenlos gibt. Wenn ich schon für einen Kinofilm nichts bezahlen muss, dann interessiert mich noch weniger, dass der Hobbymusiker von nebenan vielleicht auch von seinem Tun leben will.

    “Was ist mit den Subkulturen, was ist mit der Alltagskultur? Wer entlohnt meine Tweets?”

    Bring sie als Buch raus und guck, ob es irgendwer kauft. Wenn nicht: Vielleicht sind Witze übers Internet ja nicht wirklich interessant für ein breiteres Publikum? Ich kenne ein paar Twitterer, die Bücher geschrieben haben und die sehr wohl verkauft werden.

    Ingesamt: Wo sind denn in dem Text irgendwelche konstruktiven Ideen abseits des üblichen “es muss sich was ändern!” “der Fortschritt kommt und ist nicht aufzuhalten!” “das ist komplex und hatte viele Aspekte!”-Gesülze?

    • Alex sagt:

      Die Amis können das schon eine Zeit lang. Da macht jemand kostenlose Remixes fürs Internet und seine Hauptarbeit sind Aufträge von Firmen, weil er Sounds halt einfach drauf hat.

      Und da gibt es noch diese nette Comedy “DVD” für $5. Das ist ein Download. Direkt da Datei ohne Schnick Schnack. Müsste ich mir jetzt auch nochmal googln. Der hat auch fett Kohle gemacht.

      Oder Monty Python steigerte ihren DVD Verkauf um 23.000 %, weil sie einen kostenlosen Youtube Kanal gemacht haben. Beispiele gibt es genügend.

      Ich hab grad mal ein digitales Buch geschrieben und stell dir das vor: Es wird gekauft. Unfassbar oder doch nicht?

      “Mein Kopf gehört mir.” (?) Dann benutzt ihn doch mal und schau wie du aus deinem Zeug Geld machst. Das Problem haben ganz viele andere Menschen auch und die weinen nicht in so einem großen Stil.

      Alex.

    • Torsten sagt:

      Meinst du so Leute wie den Erfinder des Independent-Spiels “Minecraft”, der sein Spiel zunächst frei, später für unter 5€(?) verkauft hat das Spiel bis heute über 5,4 Millionen mal verkauft hat?

      Oder eher jemanden wie Jasper März, der seine Musik auf youtube hochgelanden hat, mit seinem HDL-Song bekannt wurde und mittlerweile sein zweites Album veröffentlicht hat?

      Wie wäre es mit dem Künstler Rich Burlow, der den Comic “The Order of The Stick” zeichnet und bei einem Crowdfunding 1,12 Millionen Dollar zusammenbekam, und so nun ein solides finanzielles Polster hat, um seine Comics selber zu verlegen? http://www.guardian.co.uk/books/2012/feb/22/author-raises-1m-self-publish-webcomic

      Schonmal von Justin Bieber gehört?

      Was ist mit Joscha Sauer, der seine Comics bis heute kostenlos ins Netz stellt und bei dem dies die Grundlage dafür ist, dass er mittlerweile von seinen nichtlustig-Produkten leben kann? Bei Ralph Ruthe sieht das ganz ähnlich aus.

      Nur mal so ein paar unbedeutende Beispiele für Künstler, die mit modernen Mitteln mit ihrer Kunst Geld verdienen.

  2. rantanplan sagt:

    tja, social heinz. ich fang mal an.

    zuallererst möcht ich klarstellen, dass du wie alle anderen angsthasen eine ziemlich emotionale debatte führst. ich werde trotzdem versuchen dir sachlich zu begegnen.. einfach weil ich so ein netter mensch bin.

    Ich gehe nach dem Text dann auch mal davon aus, dass alle deine Lieblingsfilme und Musik von Hobbymusikern auf Twitter gemacht wurde? Nein? Was soll der Quatsch dann?

    nun, die argumentationsrichtung ist die falsche. natürlich sind “deine lieblingsfilme” mit konventionellen methoden finanziert. die sind ja auch schon da, darum geht es ja gerade nicht – sondern um die zukunft. wer sagt dass es unmöglich ist? naja, die verwerter natürlich. die wären ja auch sonst arbeitslos. übrigens finanzieren sich viele kulturschaffende zu anfang über live-auftritte, galerien, lesungen, … you name it (bei filmen ist die sache natürlich komplizierter). das ist sogar heute schon so, heinz! und schlecht ist das nicht.

    übrigens, was machen denn deine lieblingsfilme aus? teuer produziert, riesiges pr-budget? du bist schon so verblendet dass du glaubst jenseits davon kann nichts qualitativ hochwertiges entstehen. du armer tropf! und wenn in der zukunft keine 200 millionen dollar blockbuster mehr gedreht werden können.. so what? dann muss die film”industrie” wohl wieder zur besinnung kommen. und sehen, wie man mit weniger mitteln zurecht kommt.

    Es geht ganz sicher nicht um irgendwelche “Eliten”… sondern um tausende Musiker, Filmemacher, Schreiber, die heute schon nur knapp von ihrem Zeug leben können und die damit kämpfen müssen, dass immer mehr Menschen Kultur einen Dreck wert ist, weil es ja alles kostenlos gibt.

    ich schätze mal dass du zu einer dieser berufsgruppen gehörst, man hört ja fast wie du das weinen unterdrücken musst bei diesem satz. welcher andere berufsstand hat denn die möglichkeit, von einem(!) werk ohne mehrarbeit im besten fall jahrelang zu leben? das ist einmalig in unserem wirtschaftssystem, jetzt mal abgesehen von abartig reichen, die sich von den zinsen sattessen.

    ich finde die ganze debatte eigentlich dekadent… natürlich ist kultur von bedeutung. aber doch nicht per se. und jeder der einen lausigen roman dahinrotzt betrachtet sich schon als kulturschaffender und fordert seinen anteil am bruttosozialprodukt ein. es ist eben auch so, dass in der vernetzten welt mehr konkurrenz für kulturschaffende entstanden ist. und ich glaube das ist das große problem. die leute können sich frei aussuchen, was sie hören, lesen, sehen.. und wenn sie deinen schrott nicht wollen, oder eben nur wegen der tollen special effects angucken und danach sofort vergessen – tja, dann hast du halt wegwerfkultur gemacht. dann musst du aber auch damit fertig werden, ein wegwerfkünstler zu sein. was menschen nachhaltig beeindruckt, bleibt in den köpfen.

    aber “es geht hier nicht um irgendwelche eliten” finde ich dann doch gut. genau so ist es nämlich. es geht meist um ganz normale menschen, sowohl auf der verbraucher- wie auf der künstlerseite. wieso dann diese ganzen lächerlichen diskussionen? wir sind doch schon mitten im wandel. wenn heute ein musiker mit sagen wir 10000 facebook-followern posted, dass er bankrott ist und dringend geld für sein nächstes album benötigt.. und dann ein entsprechendes crowdfunding-projekt gründet, mit ein paar netten extras für die kapitalgeber (t-shirts, limited editions, ..) wird es überhaupt kein problem für ihn darstellen das nötige geld aufzutreiben. man muss sich nur trauen. wenn man in irgendeiner nische mit 28 fans sitzt, geht das natürlich nicht – pech gehabt. von einer plattenfirma hätte man aber auch nie geld gesehen.

    Ingesamt: Wo sind denn in dem Text irgendwelche konstruktiven Ideen abseits des üblichen “es muss sich was ändern!” “der Fortschritt kommt und ist nicht aufzuhalten!” “das ist komplex und hatte viele Aspekte!”-Gesülze?

    die konstruktiven ideen wurden alle schon genannt, heinz. aber leute wie du verhindern die umsetzung, weil sie immer nur jammern und jammern.

    so long,
    rantanplan

    • Simon sagt:

      Lieber @rantanplan

      die Absicht sachlich reagieren zu wollen ehrt Dich, konntest du aber leider nicht einlösen, schade. Von dieser kleinen Spitze abgesehen möchte ich kurz auf eine sachlich problematische Aussage Deinerseits einzugehen.

      “welcher andere berufsstand hat denn die möglichkeit, von einem(!) werk ohne mehrarbeit im besten fall jahrelang zu leben? das ist einmalig in unserem wirtschaftssystem, jetzt mal abgesehen von abartig reichen, die sich von den zinsen sattessen.”

      Kurz gesagt, alle Menschen die in der Lage sind etwas zu erfinden, was patentierbar ist. Geistige Eigentumsrechte sind eben nicht nur urheberrechte, sondern auch patentrechte. (Bio)Chemiker, Physiker, Ingenieure etc.

      Das kann man problematisch finden, dafür gibt es viele gute Gründe, nicht zuletzt software- und trivialpatente, aber du hast ja um Beispiele gebeten.

      So jetzt wird es doch etwas polemisch, aber nur ein bißchen, jeder “normale” Arbeitnehmer kann es sich leisten von seinem Verdienst mindestens einmal im Monat Lotto zu spielen, die Chancen auf einen Hauptgewinn sind ähnlich hoch wie die Wahrscheinlichkeit ein Werk zu produzieren von dem man Jahrelang leben kann und definitiv risikoärmer ,-)

      so long,
      Simon

  3. Pingback: acidblog » “Mein Kopf gehört mir” oder auch: “Ich bin doch nur mein eigenes Produkt! *aufstampf*”

  4. milhouse sagt:

    “Es geht nicht ums Urheberrecht – es geht um Liebe.” Okay. So im Sinne von “Frau Meier, Danke fürs Putzen meiner Wohnung, es gefällt mir zwar schon, aber irgendwie … liebe ich es noch nicht. Probieren Sie’s nächste Woche nochmal, vielleicht bezahle ich sie ja dann.”

  5. Pingback: Glanzlichter 91: 47 Manager, 15 Thesen und die Muppets « … Kaffee bei mir?

  6. zeitweise sagt:

    Hallo milhouse.

    Als Künstler schwebt man immer in Gefahr, dass das eigene Werk nicht angenommen wird, sich nicht verkauft und man auch nicht angemessen entlohnt wird für seine Arbeit. Das heißt aber nicht, dass kein Geld fließt. Beim Crowdsourcing erwarte ich das Geld sogar vorher, weil es notwendig ist, um das Werk überhaupt erst zu schaffen. Bei Flattr und anderen Modellen, die auf freiwilligem Bezahlen fußen, gehe ich in Vorleistung. Wenn nicht genug zurückfließt werde ich mir gut überlegen, ob ich dieses Modell für die Zukunft wieder wähle. Wenn es funktioniert, habe ich allerdings den Vorteil, dass die Menschen gerne bezahlt haben und eine Bindung zum Kreativen entsteht. Es wird bezahlt, weil mir etwas gefallen hat, nicht weil ich es ausprobiert habe. Wie viele Demoversionen gibt es für Computerspiele? Eine Vorleistung, die nur bezahlt wird, wenn man sich anschließend für die Vollversion entscheidet.

    Mit einer Putzfrau ist das insofern nicht zu vergleichen, da es sich hier um eine Auftragsarbeit handelt. Das gibt es im kreativen Bereich übrigens auch und ist auch völlig in Ordnung. Wenn ich ein Logo in Auftrag gebe, kann ich einen Betrag vereinbaren, den ich dafür zahle und den ich auch zahlen muss.

    Und noch etwas: Tun wir doch nicht so, als würden Künstler aus dem Nichts heraus einen Vertrag mit einem Verwerter bekommen. Nein, auch ein Verlag erwartet zunächst ein vernünftiges Konzept, bei Brettspielen gar ein durchentwickeltes Spiel.

  7. Pingback: PirateFeed

  8. Der Content sagt:

    Ist das ein Beitrag zum Thema Urheberecht oder ne neid Debatte ? Warum verdienen Menschen in unserer Welt überhaupt unterschiedlich ? Weil sie unterschiedliches Können und Qualifkationen haben ? Warum haben manche Menschen mehr Erfolg als andere ?Das du für deine Twitter Beiträge nichts bekommst liegt daran, das es nur wenige oder keinen interessiert. Damit müssen wir Künstler auch leben, das ist Angebot und Nachfrage.Wenn Sozialismus ,dann für alle. Aber warum jetzt bei den Künstlern anfangen? Die Geschichte hat gezeigt, auch im Sozialismus waren nicht alle gleich. Wenn Fakt ist, daß das Urheberecht dank der Digitalen Revolution nicht mehr zeitgemäß ist, dann gilt das geiche auch für den Schutz der Privatsphäre. Im Zeitalter von Facebook, Google und Cookies ist das echt eine gestrige Vorstellung. ”Einmal im Netz enzieht es sich unserer Kontrolle”. Türsteher ? Jeder hat heute Zugang zu Kultur, ob er nun Radio hört oder Fernseh guckt, oder im Internet, da gibts doch ach so viel Kunst,Kultur,Kreativität. Warum gibts es überhaupt noch illegale downloads von Urheberrechtlich geschützten Material ? Ist vielleicht die Kreativität im Internet nur eine, ge-sharte, kopierte oder geteilte von Werken anderer ? Ihr müsstet doch für eine Stärkung des Urheberrechts eintreten.Würde der Gratis zugang dazu erschwert, müsste das doch zu einem regelrechten Boom der Gratiskunst führen. Ja das ist ne Zukunftswette, aber hey sollen wir Künstler auch ständig machen, spotify u.s.w. Darüber hinaus fußt die ganze Diskussion auf Fakten von vorgestern, die Böse große Musikindustrie, die Achse des Bösen der Verwerter und Gema . Die Zeichen der Zeit verpaßt !Kommt mal klar, die Musikindustrie gibts so längst nicht mehr.Als hätten wir Künstler und Labels nicht längst die Möglichkeiten des Internets erkannt und würden diese nicht nutzen.Jeder kann sich heute vermarkten, oder gehör verschaffen wie er will. Copyright und Gema sind keine Zwangsveranstaltungen für die Künstler ! Aber warum uns unser Business Modell verbieten. Das Copyright ist nun mal dafür die Basis. Ich gehe ja auch nicht hin und verbiete die Gratiskunst oder andere Finanzierungsformen. Hat alles seine Berechtigung ! Es kommen einfach zu viele User mit dem Urheberrecht in Konflikt ? Tja dann sollte man gleich das Rechtssystem ganz abschaffen, da zu kompliziert und unverständlich und es kommen auch einfach zu viele damit in Konflikt,werden kriminalisiert ,und generalverdächtigt einfach weite Teile der Bevölkerung. Weil der Mensch und User ist ja eigentlich ”gut”. Uns wird ja immer Kommerz unterstellt, wenn wir von unser Musik leben wollen. Facebook, Google & Co die mit unserem Content Millarden verdienen sind auch keine Wohlfahrtsvereine ! Und die sind weitaus mächtiger als die Entertainment ”Industrie” je war. Wir wollen ja nur fair beteiligt werden. .Energiewende, Kulturwende, vielleicht ja auch mal Internetwende ? Die Energiewende Anaogie finde ich übrigens sehr gut. In der Kernenergie waren damals ähnliche Forschritts und Technik gläubigen Menschen am Werk, wie die die jetzt das Internet als mass aller Dinge Lobpreisen. Ja Geschichte wiederholt sich doch !

  9. Der Content sagt:

    Nachtrag:
    „Aber wie soll man denn Kultur finanzieren, wenn man Menschen nicht zwingt?“
    Es kommen schockierende Neuigkeiten auf euch zu.
    Täglich werden Menschen in unserem Wirtschaftleben gezwungen Produkte(hiermal gleich gesetzt mit Kultur/Urheberrechtlich geschützte Produkte Filme etc.) zu kaufen, da Diebstahl verboten ist !
    So sollen sich ganze Wirtschaftszweige ernähren.
    Sonst würden sie nämlich eingfach so zugreifen. Aber die Künstler sollen bitte schön vertrauen in die Menschen haben. Einfach lachhaft !

    • Demophilos sagt:

      @Content

      “Täglich werden Menschen in unserem Wirtschaftleben gezwungen Produkte(hiermal gleich gesetzt mit Kultur/Urheberrechtlich geschützte Produkte Filme etc.) zu kaufen, da Diebstahl verboten ist !
      So sollen sich ganze Wirtschaftszweige ernähren.”

      Ja, wenn man z.B. ein Brot einfach kopieren könnte, dann wären viele Probleme gelöst. Dann könnte ich eins mitnehmen und das Original wäre noch da. Das liegt vielleicht daran, das es sich um etwas Greifbares handelt. Vielleicht gibt es ja mal irgendwann einen Replikator, wie bei Star Trek… Hm… Wie bezahlen die eigentlich ‘nen Tee aus dem Replikator?

      Als Nine Inch Nails-Fan weiß ich nur, dass Trent Reznor mit seinen von ihm selbst zum Download online gestellten Alben ‘nen Reibach gemacht hat, weil er viele Sonder-Editionen mit Extras und speziellen Inlays etc. gemacht hat. Da gingen pro CD bzw. DVD z.T. 700$ über den Tisch, weil Fans bereit waren, dafür zu zahlen.

      Siehe hier:

      http://arstechnica.com/media/news/2009/01/free-nine-inch-nails-albums-top-2008-amazon-mp3-sales-charts.ars

      Verrückt, diese NIN-Fans!!!

      Aber: Sind nicht alle “Fans” verrückt?

      und

      Wie bekommt man Fans? Wie kam z. B. Justin Bieber zu Fans?

      Nun, ich bin kein Bieber-Fan, aber bei YouTube scheint es wohl möglich, Fans zu generieren, auch ohne Label und Verwerter. Sobald man Fans hat ist es nur eine Frage der eigenen Kreativität, daraus ein Geschäft zu machen…

      Zumindest sehe ich das so…

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  14. “Doch in Deutschland zählen nur zwei Sorten von Kultur: die traditionelle Hochkultur und die kommerziell Erfolgreiche. Subventioniert wird, was bereits anerkannt ist. Opern und Theater, der öffentliche Rundfunk mit der GEZ, Bücher haben die Buchpreisbindung und einen vergünstigten Mehrwertsteuersatz. Filmförderung ist Prestige- und Wirtschaftsförderung. Was kommerziell erfolgreich war, soll weiter kommerziell erfolgreich sein: Abmahnungen, Leistungsschutzrecht für Presseverlage, Überwachung der Nutzer.”

    Hier wird eine ganze Menge durcheinander geschmissen, und das meiste davon ist so auch nicht richtig. Das Ziel der Buchpreisbindung ist es eben grade, dass auch Bücher von unbekannten Autoren die gleichen Verkaufschancen haben wie die etablierter Schriftsteller. Das Buch wird explizit als Kulturgut angesehen und soll durch die Preisbindung vor den üblichen Marktmechanismen geschützt werden. Und damit sich auch einkommensschwache Leser Bücher leisten können, gilt für Literatur der niedrigere MwSt-Satz.

    Ähnliche Ziele hat auch die Filmförderung. Es geht (zumindest offiziell) ja nicht nur darum, erfolgreiche Filme nachträglich zu fördern, sondern vorallem darum, unbekannten und anspruchsvollen Filmen den Weg ins Kino zu ermöglichen. Dass die meisten Kinobesucher von 90% der geförderten Filme noch nie was gehört haben oder hören werden, ändert nichts an der Zielsetzung.

    Subventioniert wird nicht nur das was bereits anerkannt ist, sondern beispielweise auch das, was ohne GEZ in Deutschland nicht möglich wäre, nämlich unabhängiges Qualitätsradio (vom Fernsehen will ich hier lieber schweigen). Sender wie Deutschland Funk mit ihren zahlreichen Nischenprogrammen gäbe es dann schlicht nicht mehr. Mir ist das aber wichtig!

    Kulturförderung ist im übrigen Sache der Bundesländer, bzw. der Gemeinden und Kommunen. Das hat den Vorteil, dass auch subkulturelle Einrichtungen Förderungen relativ direkt beantragen können und in der Regel ja auch gefördert werden. In Zeiten leerer Gemeindekassen sieht die Lage natürlich anders aus: Gekürzt wird zuerst da, wo es vermeintlich nicht so viel ausmacht, eben bei der Kultur – und das betrift die Hoch- und die Subkultur.

    “Was ist mit Strukturen und Rechtsunsicherheiten, die Kultur verhindern? Weil sich Rechte nicht klären lassen, weil die Gefahr zu groß ist, abgemahnt zu werden, weil Verwerterdominanz alternative Formen ausbremst, weil es Knebelverträge gibt, die den Urhebern selbst verbieten, ihre eigenen Werke zu nutzen oder neue, aber „konkurrierende“ Werke zu schaffen?”

    Ich finde es in der aktuellen Diskussion um das Urheberrecht immer wieder erstaunlich, wie die Befürworter einer Liberalisierung ständig darauf hinweisen, was sich durch das Internet alles geändert habe, dieselben Leute aber, wenn’s argumentativ in den Kram passt, vergessen, was das Internet so alles kann. Rechte lassen sich nicht klären? Echt? Bei Google nix unter den ersten drei Ergebnissen gefunden? Ehrlich, es gibt ja wohl mittlerweile so gut wie keine Info mehr, die du nicht übers Netz kriegen kannst. Und noch ein ganz heißer Tipp: Hin und wieder könnte ganz sinnvoll sein, mit Leuten einfach mal Kontakt aufzunehmen und zu fragen, beispielsweise, ob du einen Remix machen oder ein fremdes Foto auf deiner HP veröffentlichen darfst.

    Ich finde es im übrigen völlig ok, dass ein Urheber darüber entscheidet, wer was mit seinem Kunstwerk anstellen darf. Viele Künstler möchten es z.B. überhaupt nicht, dass ihre Songs für Werbung benutzt oder von irgendwelchen Parteien als Hymnen mißbraucht werden.

    Zum Thema Rechtsunsicherheit: Ich bezweifel sehr, dass es jemals so was wie eine Rechtssicherheit geben wird. Wie soll das denn funktionieren? Soll man die Gesetzestexte noch schwurbeliger formulieren, damit ja alle Unwägbarkeiten berücksichtigt werden?

    Verwerterdominanz: Du weist doch selber in deinem Beitrag darauf hin, dass es mittlerweile schon diverse erfolgreiche Alternativmodelle gibt, um einen Artefakt zu veröffentlichen. Dann mach das doch auch so! Wo ist denn das Problem? Du willst die Verwerter nicht? Hey, niemand zwingt dich! Aber lass doch bitte die anderen auch selber entscheiden, ob und wie sie für ihre Kunst bezahlt werden wollen.

  15. Pingback: Antwort auf “Die Türsteher vom Club Kultur” | Christian Siebje

  16. Arne sagt:

    Hmm. Aber das Ruthe und Co ihr Geld im Netz oder mit dem Netz verdienen können, ist doch wohl ein Argument für das klassische Urheberrecht und nicht dagegen, oder? Ohne Uhrheberrecht könnte eiin Ruthe soviele Comics ins Netz stellen, wie er will- und das Geld mit dem Verkauf von Büchern, Postkarten, t-Shirts kann dann jeder machen, der zufällig eine. Druckerei besitzt? Minecraft darf auch nicht jeder munter kopieren und für ein paar Cent billiger verkaufen, und von Justin Bieber wollen wir mal nicht reden. Spätestens wenn es um reale Produkte geht, Muss es ein Urheberrecht geben, damit der Urheber auch etwas daran verdienen kann, und nicht nur die, die über die Vertriebswege verfügen.

  17. AnkouDV sagt:

    Die idealisierte Diskussion des Urheberrechts ist wenig zielführend, die eine Gruppe pocht darauf, dass Kunst als Kulturgut frei sein sollte, die andere fürchtet, dass dies die Künstler zu nichts anderem als Bettlern macht.
    Auch die Freiheit ist ein relativer Begriff: Das Recht Dinge zu kopieren ist sicherlich eine Form von Freiheit im Netz, ebenso ist es aber Freiheit für den Künstler selbst zu entscheiden, was er mit seinem geschaffenen Werk anstellt, die Liberalisierung würde nicht nur Freiheit schaffen, sondern Wahlmöglichkeiten vernichten.
    Die Diskussion ist denke ich eher auf einer praktischen Ebene zu führen, wenn man denn wirklich etwas verbessern möchte.

    Der Vertrieb von Kulturgütern, der sicher auch stark mit dem Urheberrecht korreliert ist im Internetzeitalter nicht mehr funktionsfähig, da stimme ich dir zu, was mir nicht gefällt ist, dass das Thema immer derart einseitig dargestellt wird. Die Entwicklung hin zum Urheberrecht in seiner jetzigen Form hat eine sagenhafte Auswahl an Kulturgütern geschaffen, die historisch einzigartig ist, es nun wie ein fehlgeschlagenes Experiment zu betrachten ist sicherlich nicht der richtige Weg.
    Derzeit besteht durchaus die Möglichkeit seine Werke auf andere Art zu veröffentlichen, Beispiele wurden angebracht, meine Kritik an diesen ist jedoch, dass dies alles sehr populäre Beispiele sind, Beispiele von Menschen die unerwartet Erfolg mit ihrer Geschäftsmethode hatten und die viele viele kennen, das ist aber gleichzeitig das was in dem Artikel kritisiert wird, dass nur populäre Werke eine Chance bekommen. Worauf ich hinaus will: es wird häufig gesagt, es könnte auch so finanziert werden, aber die Frage ist doch ob das überhaupt notwendig ist.
    Zum einen ist die Frage, ob sich die Vertriebswege derzeit überhaupt noch halten können, oder ob dieser Industriezweig nicht viel schneller kollabieren wird und den Weg frei machen wird für Streamingdienste, wie es sie heute bereits gibt bei denen alle ihr Geld bekommen und alle für einen Beitrag Zugriff auf alles haben – mit dem Urheberrecht widersprechen tut sich das nicht, dieses ist durchaus flexibel.
    Zum anderen ist die Frage ob wir ein Modell bei dem diejenigen, die beliebt sind gefördert werden und diejenigen, die Werke schaffen, die niemanden interessieren untergehen wie es heute der Fall ist, wirklich so schlecht ist, schließlich ist das ziemlich demokratisch.

    Wie eingangs gesagt ist natürlich nicht alles Sonnenschein, die Geschichte mit dem Fahrrad auf dieser Seite beschreibt sehr treffend, was denn nicht stimmt, aber die Schlussfolgerung deswegen dem Künstler seine Rechte zu rauben ist nicht die einzig mögliche, um die Analogie weiter zu treiben: die Fahrräder öffentlich auszustellen und daneben Spendenboxen zu stellen erscheint mir ebenfalls etwas absurd, zu verbieten die Fahrräder zu verkaufen hat mit Freiheit nichts mehr zu tun und scheint mir persönlich sogar einfach nur undankbar.

  18. Sugel sagt:

    Ich sehe nur immer die Forderungen nach Wegfall der Entlohnung für Kreative, oder aber den Vorschlag, betteln zu gehen oder sich halt einen „sicheren“ Job zu suchen. Welcher Art der sein soll, in einer Zeit in der es seit längerem schon keine sicheren Jobs mehr gibt, egal in welcher Branche, es sei denn, so scheint es jedenfalls, man ist in der Politik? Die Antwort bleiben die Fordernden schuldig. Bestenfalls darf man dann künftig auf ein Grundeinkommen hoffen, das dann aller Voraussicht nach zum Sterben zuviel und zum Leben zu wenig sein wird. Aufstocken muß man mit Hartz IV und wir dürfen getrost davon ausgehen, daß die Leute, die windigen, korrupten Politikern dicke Abfindungen und Ehrensolde hinterherwerfen schon dafür Sorge tragen werden, daß beide Einkommen gegeneinander aufgrechnet werden. Überhaupt wird die Argumentation seltsam schwammig und nebulös, wenn man mal konkret nachfragt, wovon denn Kreativarbeiter künftig nicht nur so gerade mal überleben sondern wirklich leben sollen? Äh, ja, der Kampf geht ja eigentlich auch gar nicht gegen die Kreativarbeiter, sondern gegen die Verwerter! Genau! Das sind doch die Schweine! Die Ausbeuter! Die GEMA und so, die sind wie die GEZ, die sind wie ein Krebsgeschwür, dagegen müßtet Ihr Kreative doch auch was unternehmen wollen!?

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