Mein Rad

Ich habe mir ein Fahrrad gekauft. Ein schönes Modell. Ich habe lange darauf gewartet.

In den USA ist es schon seit einem Jahr auf dem Markt. In Deutschland nicht. Und Import wäre illegal gewesen. Letzten Monat konnte man es sich für eine Woche bei einem großen TV-Sender kostenlos leihen und eine kleine Spritztour machen. Das hat mir gefallen.

Aber am Ende der Woche wurde es wieder weggesperrt. Und ich musste warten.

In den Hinterhöfen meines Viertels gab es anschließend das Fahrrad für lau. Einfach zum Mitnehmen. Ganz geheuer war mir das nicht.

Aber egal. Mein Rad ist jetzt da. Und es ist schön.

Bis auf den großen, bunten Aufkleber auf dem Rahmen: Ich solle doch bitte keine Fahrräder klauen oder nachbauen steht da. Logisch. Wozu auch? Ich habe es ja gekauft.

Vor dem ersten Losfahren musste ich den Hersteller anrufen und ihm erzählen, in welchen drei Stadtteilen ich das Fahrrad nutzen will. Wenn ich in einen unautorisierten Stadtteil fahre, schlägt automatisch die Bremse an. Da muss ich selbst gar nichts tun. Das ist Service. Ich kann dann bei dem Hersteller anrufen und das Fahrrad umbuchen. So komme ich durch die ganze Stadt.

Wenn ich mein Rad verleihen will, dann ist das nicht ganz erlaubt. Der Sattel sendet schwache Ströme durch den Körper und misst den Widerstand. An der Fettverteilung im Hintern erkennt er, wer auf dem Fahrrad sitzt. Und bin ich es nicht, fängt die Klingel an zu läuten. Ich muss jetzt gut aufpassen bei meinen Diäten. Sonst erkennt mich mein Fahrrad nicht mehr.

Neulich wollte ich es umlackieren. Das Khaki fand ich nicht mehr zeitgemäß. Im Baumarkt hat man mich ausgelacht. Das wäre höchst illegal. Ob ich denn den Hersteller gefragt hätte. Der hätte sich schließlich was gedacht bei der Farbe.

Die Stadt baut jetzt neue Fahrradwege und ich fand das anfangs auch gut. Jetzt geht aber ein Gerücht: Mein Fahrrad kann darauf gar nicht mehr fahren. Die Reifen sind zu schmal. Die gehen nicht auf dem neuen Belag.

Aber bald gibt es eine neue Generation. Mit versiegeltem Kettengehäuse. Noch sicherer werden diese Räder.

Und an den Wegen stellen sie jetzt Polizeihäuschen auf. Um zu kontrollieren, wer auf welchem Fahrrad sitzt. Und wenn man den Sichtkontakt zu allen Häuschen verliert, dann wirft einen das Rad vom Sattel. Bei Nebel liegen die Menschen dann oft wie Fallobst auf der Straße.

Wird mein Fahrrad geklaut, kann es teuer werden. Dann hab ich es nämlich verbreitet. Der Hersteller kann dann ja keines mehr direkt an den Dieb verkaufen. Und ich stehe dafür gerade.

Das ist mir dann doch zu heikel. Jetzt will ich mein Fahrrad verschenken. Man munkelt, das dürfe ich aber nicht. Man hat mir gesagt, es wäre nur meins. Da hab ich es einfach gelöscht.

Siegfried Kauder hatte schon Recht: Geistiges Eigentum ist wie ein Fahrrad – genau so.


Veröffentlicht von Marcel-André Casasola Merkle unter cc-by 2.0
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131 Antworten auf Mein Rad

  1. Melanie MP sagt:

    Heeeerrlichst!

  2. nottinhill sagt:

    Das ist auch der Grund warum ich an meinem Rad selbst rumschraube, Musik auf meiner NI Maschine selbst mache und überwiegend versuche nur noch Podcasts und Netlabels höre. Next up: Kulturtankstelle.net

  3. Pingback: Ein Fahrrad und das Urheberrecht › netzpolitik.org

  4. Mario sagt:

    war bestimmt seeeeehr teuer das Fahrrad – aber “Service” kostet eben

  5. Pingback: Zum geistigen Eigentum. | Die wunderbare Welt von Isotopp

  6. Ysann sagt:

    Jeder ehemalige Deutsch- und ebenso Politiklehrer muß stolz sein auf “zeitweise”.
    Treff- und Pointensicherheit sind passgenau und die skurrilen Metaphern toppen das ganze noch.
    Ein herrliches Statement. Wortspiel + Metaphern + Gesamtaussage = EXQUISIT !
    Oder ganz einfach nur: “WHOW – voll krass – Alta!!!” ☺

  7. Lukas sagt:

    Mein Rad – oder wie man auf einer halben Seite zeigen kann, dass man weder das Urheberrecht noch den aktuellen Stand der Diskussion begriffen hat und trotzdem Applaus bekommen kann…
    Aber Applaus ist ja das Brot des Künstlers und wenn es nach solchen Texten und ihren Autoren geht ist Applaus auch alles was man in Zukunft für seine Kunst bekommt.
    …anschaulich

    • Thorsten sagt:

      @ Lukas

      … und Klicks auf den Flattrbutton…

      Sehr schöner Text, danke!

    • Dennis sagt:

      Wenn einer das Urheberrecht nicht begriffen hat, dann ist es wohl eher der Herr Kauder.

      Außerdem muss ich vermutlich die Stelle überlesen haben, in der gefordert wird, dass niemand mehr für seine Kunst entlohnt werden soll. Kannst du mich da aufklären?

      • Lukas sagt:

        Das lese ich aus: “Das ist mir dann doch zu heikel. Jetzt will ich mein Fahrrad verschenken. Man munkelt, dass dürfe ich aber nicht. Man hat mir gesagt, es wäre nur meins.” heraus…

        • zeitweise sagt:

          Dann ergibt „Das ist mir dann doch zu heikel.“ wenig Sinn. Vielleicht wird es klarer, wenn du „verschenken“ mit „fortgeben“ ersetzt. Also so wie man das mit DRM-freien, gebrauchten Schallplatten machen kann.

          Im übrigen finde ich es ganz grandios, wenn jemand Künstler bezahlt, weil er sie gut findet.

          • Vlad sagt:

            Zitat:

            “Im übrigen finde ich es ganz grandios, wenn jemand Künstler bezahlt, weil er sie gut findet.”

            Ja, ich finde das sollte man ausweiten: man bezahlt Ärzte, Handwerker, Spieleautoren und Illustratoren etc. nicht wenn man sie beauftragt und die Leistung geliefert bekommt, sondern nur nur dann wenn man sie auch gut findet. :-)

          • wordskcfgf sagt:

            Also ich zahle meinem Tischler keinen Cent, wenn ich ne Holztür bestelle, er aber stattdessen einen Vorhang mit Concierge “einbaut”. So what?

  8. Pingback: Stuff! » Mein Fahrrad

  9. Kato sagt:

    @Lukas
    …. stimmt wenn man keine Ahnung hat einfach mal die ******** halten
    …. übrigens Urheberrecht != Rechteverwertung, Karl Drais sieht ja auch keinen Pfennig pro Fahrrad oder gar pro “Stadteilumbuchung”

  10. Manuel Casasola Merkle sagt:

    hillarious!

  11. Christoph sagt:

    Moment, der Vergleich von geistigem Eigentum mit einem Fahrrad kommt nicht von Kauder, sondern von QuestionCopyright:

    If I steal your bicycle you have to take the bus, but if I just copy it, there’s one for each of us.

    Leider konnte mir bisher noch niemand erklären, wie man ein Fahrrad kopiert, so dass man nachher 2 hat. Im Prinzip also, was Kauder meint. Er wollte sagen, dass geistiges Eigentum genauso Eigentum ist, wie ein Fahrrad Eigentum ist.

    Abgesehen davon kann ich keine der von Dir aufgezählten Einschränkungen in ACTA wiederfinden. Bitte versteh mich nicht falsch: Ich bin kein Fan von ACTA, denn es gibt gute Gründe, es zu kritisieren. Aber doch bitte mit Tatsachen und nicht mit FUD wie es viele Leute machen. Von vielen Kritikern werden Dinge behauptet, die überhaupt nicht in ACTA auftauchen. Mit unsachlicher Kritik und Übertreibung macht man es den ACTA-Befürwortern aber nur einfach, auch die berechtigte Kritik einfach abzutun.

    • schrotie sagt:

      Fahrrad kopieren geht im Prinzip so:
      http://3druck.com/forschung/eads-entwickelt-nylon-fahrrad-12392/
      Die Technik steckt natürlich noch (nicht mal) in den Kinderschuhen, aber wir werden es erleben.

      • Genau das habe ich auch gedacht.

        Durch 3D-Drucker sind wir nicht mehr weit davon entfernt. Es gibt Leute, die werden genau diese Regeln für Fahrräder wollen. Denen sollten wir Einhalt gebieten, solange es noch nur um Filme geht, die wir zum Glück nicht zum Überleben brauchen…

        • nk sagt:

          Ich würde ja stark bezeweifeln, dass bei den selben Materialien ein Fahhrad gedruckt günstiger wäre. Aber das gehört hier nicht hin. Guter Artikel jedenfalls.

          • Nicht unbedingt günstiger, aber verfügbar. Du kannst so ein Fahrrad haben, ohne es vom Ursprünglichen Hersteller zu kaufen.

            Mehrwert durch Marken kann nicht mehr grenzenlos eingetrieben werden.

    • Michael sagt:

      Hervorragendes Beispiel für das vorbringen von ACTA als Strohmann-Argument zur versuchten Widerlegung des Inhaltes des Blogbeitrages: Die Kritik an der Darstellung “Geistiges Eigentum = Fahrrad” muss falsch sein, weil keiner der vorgebrachten Kritikpunkte in ACTA vorkommt. Dieser Kuckuck ist kein Kuckuck, er sitzt schließlich in einem Taubennest und nicht in einem Kuckucksnest!

      Weiterhin ist die Aussage “[...] dass geistiges Eigentum genauso Eigentum ist, wie ein Fahrrad Eigentum ist” natürlich gewagt, denn geistiges Eigentum KANN eben kopiert werden im Gegensatz zum Fahrrad.

      • und „Geistiges Eigentum“ ist kein Eigentum: Es ist das Recht eines anderen, mir zu verbieten, mit *meinem* Eigentum zu machen, was ich will.

        http://draketo.de/licht/politik/patentrecht-bricht-urheberrecht-bricht-eigentum

      • Christoph sagt:

        Natürlich kann geistiges Eigentum kopiert werden, ganz einfach per Mausklick. Im Gegensatz zu einem Fahrrad, das man nur mit erheblichem technischen Aufwand und enormen Kosten kopieren kann – also de facto gar nicht. Deshalb ist die “there’s one for each of us”-Logik der Kopier-Befürworter schlichtweg falsch.

        Was jetzt dieses Blog post anbelangt: Nicht ich habe den Zusammenhang zu Acta hergestellt, sondern Du selbst. Wenn Du den Bezug nicht verlinkt hättest, würde ihn niemand verstehen.

        Schauen wir uns die von Dir beschriebenen Nutzungseinschränkungen mal an. Da haben wir
        - Importverbote
        - Registrierungspflicht beim Hersteller
        - Nutzungsbeschränkung auf 3 Stadtteile
        - Personengebundene Nutzung
        - Verbot von Veränderungen
        - Polizeihäuschen zur Kontrolle
        - Haftung für Raubkopien bei Diebstahl
        - Verbot des Vorschenkens
        - und noch einiges mehr

        All das kommt in ACTA nicht vor. Und ich kenne auch kein geistiges Eigentum, was so geschützt ist. Die Mehrzahl aller Musikdownloads ist ohne DRM – und kein DRM der Welt ist so rigide, wie Du es hier beschreibst. Also was für geistiges Eigentum beschreibst Du hier?

        • Joachim sagt:

          Man könnte (vorsichtig) sagen, ich bin nicht Deiner Meinung.

          - Importverbote
          Waren, die vom Rechteinhaber als Plagiat eingestuft werden, können beschlagnahmt werden. In ungeklärter Rechtssituation existiert natürlich ein Importverbot. Dumm nur, dass die Rechtssituation nicht logisch ist (doch das ist nur Meinung) und (das ist nun keine Meinung, sondern ACTA) die Rechtssituation auf Zuruf der “Rechteinhaber” entsteht.

          Dazu kommt, das die von der EU geforderte Liberalisierung der Märkte höchstens sehr schleppend voran kommt.

          - Registrierungspflicht beim Hersteller
          Nicht in ACTA, doch Praxis und Bestandteil der Vertragsfreiheit. Siehe Software. Teil der Strategie von Rechteinhabern den Erschöpfungsgrundsatz aufzuweichen.

          - Nutzungsbeschränkung auf 3 Stadtteile
          Nicht in ACTA, doch Bestandteil einer jeden DVD.

          - Personengebundene Nutzung
          AGB bei Software. Selbst bei “kostenlosen” Schnupperangeboten für private Nutzung besteht E-Mail-Pflicht (um einen Key zu bekommen) und existiert ein Weitergabeverbot.

          - Verbot von Veränderungen
          Softwarelizenzen. Verbot der Bearbeitung von „Kunst“. Siehe auch ACTA etwa Artikel 5d

          - Polizeihäuschen zur Kontrolle
          Die Forderung nach der Kontrollpflicht der Provider. Das wurde aus ACTA gestrichen, weil zunächst nicht durchsetzbar. In ACTA: Befugnisse des Zolls

          - Haftung für Raubkopien bei Diebstahl
          Kürzlich rettete einen Bekannten bei der Einfuhr eines Handys aus China nur Paypal vor dem Totalverlust. Das Gerät sollte laut Zoll ein Plagiat sein.

          - Verbot des Verschenkens
          Es ist etwa bei CDs höchstens eine Privatkopie erlaubt und auch nur dann, wenn etwa eine CD keinen Pseudokopierschutz aufweist. Was ist, wenn ich meine CD für mich (oder meinen Bruder) privat kopiere und später verschenken will?

          Möglicherweise kommen Deine Punkte teilweise in ACTA nicht vor. Doch ACTA schreibt diese Praktiken de facto fest. Das Urheberrecht wird durch ACTA invariant. ACTA und potentielle Nachfolger versuchen einen Status Quo festzuschreiben. Deshalb ist ja so schlecht, dass ACTA deutschem Recht (mehr oder weniger) entspricht. Denn Verhinderung eines Fortschritts des Urheberrechts schadet Kreativen wie Konsumenten gleichermaßen.

          • Christoph sagt:

            Danke für Deine Antworten, Joachim.

            Du zählst eine Menge Einschränkungen auf, aber diese beziehen sich auf verschiedene Produkte, denn je nach Produkt sind verschiedene Schutzmechanismen möglich oder erwünscht. Kopierschutz ist beispielsweise Standard bei DVDs, bei Musik hingegen spielt er zum Glück fast keine Rolle mehr. Auf das Beispiel mit dem Fahrrad übertagen hieße das: Es gibt unterschiedliche Regeln für Fahrräder, Autos, und Fussgänger. Und das macht Sinn.

            Es gibt aber kein Produkt, weder materiell noch immateriell, das wie im Text das Fahrrad allen Einschränkungen unterliegt. Schon alleine deshalb haut der Text nicht hin.

            Zu Deinen anderen Punkten:
            Importverbot: Die Rechtssituation entsteht nicht durch “Zuruf der Rechteinhaber”, sondern wie immer durch Gerichtet. Beim Verdacht einer Straftat – in diesem Fall Plagiate bzw. deren Import – wird die Ware beschlagnahmt. Der Importeur oder Hersteller kann dagegen Rechtsmittel einlegen und dann ist der Markeninhaber gezwungen, seine Ansprüche rechtlich zu belegen.

            Registrierungspflicht: Gibt es z.B. bei Software, aber weicht nicht den Erschöpfungsgrundsatz auf, denn Du hast ja nicht die Software an sich gekauft, sondern die Nutzungsrechte an einer Kopie. Damit sind wohl kaum die Herstellungskosten abgedeckt, also die Ansprüche des Herstellers erschöpft.

            Räumliche Nutzungsbeschränkung: Ja, gibt es.

            Personengebundene Nutzung: Gibt es, z. B. bei Software, aber meist hat man die Wahl zwischen einer Personengebundenen Lizenz und einer Maschinengebundenen oder gar einer Netzwerklizenz. Die ist natürlich teurer, aber dafür nicht personengebunden.

            Verbot von Veränderungen: Ja, gibt es, aber meist sind die Veränderungen gar nicht verboten, sondern man verliert nur die Garantie und Gewährleistung.
            Mir ist auch nicht klar, was das mit ACTA Art. 5d zu tun haben soll. Da geht es um das absichtliche Fälschen von Markenzeichen durch einen Verkäufer. Im Text ging es um eine Veränderung, die der Nutzer an seinem Eigentum vornehmen wollte.

            Kontrolle: Dein Vergleich Polizeihäuschen = Zoll hinkt, denn bei Nutzung eines Gegenstandes hast Du nichts mit dem Zoll zu tun, der Fahrradfahrer mit den Polizeihäuschen im Text aber ständig.

            Haftung für Raubkopien bei Diebstahl: Was Du da beschreibst, hat nichts mt Haftung zu tun, denn Dein Bekannter wurde ja nicht für das in Umlaufbringen eines (vermeintlichen) Plagiats zur Verantwortung gezogen.
            Was Deinem Bekannten passiert ist, ist was ganz anderes. Entweder, er ist von dem Anbieter getäuscht worden und hätte diesen dann zu belangen oder aber – was viel wahrscheinlicher ist – er war sich der Tatsache bewusst, dass es sich um ein Plagiat handelt. In diesem Fall ist es nur logisch, dass er die Konsequenz eines Totalverlustes tragen müsste.

            Verbot des Verschenkens: Der von dir skizzierte Fall wäre im Einklang mit der derzeitigen Rechtsprechung zur Privatkopie, also liegt hier kein Verbot vor.

            Lange Rede kurzer Sinn: Danke, dass Du Dir die Mühe gemacht hast, aber die Beispiele, die Du aufzählst sind nicht überzeugend. Erstens, weil Du Dich in völlig unterschiedlichen Bereichen bedienst und zweitens, weil einige Deiner Beispiele schon in sich nicht schlüssig waren.

          • Joachim sagt:

            @Christoph, sorry für die verspätete Antwort. Deine Argumentation ist bis auf wenige Ausnahmen (IMHO) korrekt. Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass nicht wir unter “geistigem Eigentum” alles mögliche verstehen (siehe Wikipedia: geistiges Eigentum). Da gehen Tatort-Autoren hin und bemängeln Raubkopien von denen sie gar nicht betroffen sind. Da wird sich vom “geistigem Eigentum” je nach Wunsch für Agitation das Beste rausgesucht. Also ich habe damit nicht angefangen.

            Dazu kommt, dass es eine reale Tendenz gibt, den Erschöpfungsgrundsatz mittels Lizenzvergabe auszuhebeln. Es ist nicht einzusehen, dass der Kauf einer Digitalkopie etwas technisch anderes als der Kauf einer CD oder einer Platte ist. Die Plattensammlung kann ich verkaufen. Die DRM-geschützte digitale Musiksammlung oder die E-Bibliothek nicht. Diese Lizenzierung einer Kopie wird auf ganz realen Dinge, wie einem Mobiltelefon (Smartphone) übertragen.

            Software wird in der Zukunft nahezu alle Produkte bestimmen. Noch übertrieben gesagt: dann kaufe ich in Zukunft das Auto nicht mehr. Ich kann es nur noch Lizenzieren. Diese Gedanken werden ganz konkret, wenn die Automobilindustrie darüber nachdenkt, Auto-Apps (Tuning-App, Karten usw.) zu verkaufen. Es dürfte klar sein, dass die Industrie (als Kunde realer Produkte) solche Praktiken nicht akzeptieren kann. Lizenzserver sind wg. möglichem Produktionsausfall inakzeptabel.

            Nur wir kleinen Dummies, wir sollen das? Nein, solche Pseudoprodukte kaufe ich nicht. Ich würde sie sogar ablehnen, wenn ich dafür bares Geld bekäme. Der Hersteller des nächsten “kostenlosen” Setup (Flash, Java), der versucht mir eine Softwarelizenz unterzujubeln, bekommt eine Rechnung für die Deinstallation und ggF. eine Anzeige wegen Computersabotage.

            Nichts gegen Lizenzen, doch wenn damit Kundenrechte ausgehebelt werden, dann wird auch das Urheberrecht ausgehebelt. Denn da existieren Schrankenschranken. Wird nur noch lizenziert, warum schaffen wir das Urheberrecht dann nicht gleich ab? Ich vermute, das ist weder im Sinn der Urheber, noch im Sinn der Verwerter.

            (keine Zeit das jetzt zu kürzen, müsst ihr durch oder es lassen ;)

        • Philipp sagt:

          Nee nee, er hat den Bezug zu Herrn Kauder hergestellt. Das geht aus dem Satz, der den Link enthält, klar hervor. Den Bezug zum Acta-Anteil des Links hast Du da reingelesen.

        • SSJKamui sagt:

          Diese Beschränkungen gibt es sehr wohl.

          Viele Software, gerade 3D Software muss um Nutzfähig zu sein meistens bei der Herstellerfirma registriert werden. Das kann auch schon mal eine Woche dauern, bis diese Registrierung akzeptiert ist. Dadurch ist auch gleichzeitig ein Weiterverkauf häufig unmöglich, oder ein Verschenken. (Und die Nutzng ist so auch Personengebunden.)

          Genau so existiert das Verbot von Veränderungen. Das steht in so gut wie jeder AGB. Außerdem hat die Firma Square Enix mal ein Fanprojekt abgemahnt namens “Chrono Ressurection” und einer der Gründe dafür war die unerlaubte Veränderung des Codes des Spiels Chrono Triggers.

          Und Importeinschränkungen. Wenn man Googelt findet man sehr schnell Statements der GVU, wo es heißt das die alle Leute niederklagen wollen, die sich DVDs Importieren. Sony hat auch den Händler Lik Sang in den Boden geklagt weil dieser Europäern ermöglichte, ausländische Spiele zu bekommen und hat dieses Urteil dann benutzt, um andere Händler zu einzuschüchtern.

          Also stimmt diese Urheberrechtsdiktatur, die der Artikelschreiber beschrieben hatte leider sehrwohl. Mag sein, dass es nicht in ACTA drin steht. Dies muss es aber leider auch nicht, weil es sowas auch schon ohne ACTA gibt. (Man kann zwar auch leider sagen, Sony und die GVU sind die radikalsten und diktatorischsten Organisationen dabei, aber dann ermöglicht dieses ach so tolle Urheberrecht halteben leider so einen Radikalismus.)

          Das zeigt eindeutig, dass dieses Urheberecht nicht so harmlos ist, wie sie es darzustellen versuchen und der Artikelschreiber hier keinesfalls Blödsinn geschrieben hatte. Leider. Ich wäre glücklich, wenn dies nicht stimmen würde, aber in dem Text ist leider sehr viel Warheit dran.

          • Christoph sagt:

            Wie ich eben schon geschrieben und als Antwort auf Joachim erläutert habe: Natürlich gibt es für all diese Einschränkungen Beispiele, aber es bringt nichts, sich jetzt Beispiele krampfhaft Beispiele aus unterschiedlichen Bereichen zusammenzusuchen. Man wird keinen Gegenstand finden, egal ob materiell oder immateriell, der alle diese Einschränkungen auf sich vereinigt.

        • SSJKamui sagt:

          Und die Verbindung zu ACTA hat der Autor des Artikels wahrscheinlich nur deshalb eingebracht, weil Siegfried Kauder diese Aussage, die im Artikel kommentiert wurde, während einer Anhörung zum Thema ACTA getätigt hatte.

          Deshalb ist der Verweis zu ACTA auch völlig berechtigt, weil dies der Kontext dieser Aussage ist.

          • karpatenhund sagt:

            Nein, der Verweis (Von wem denn bitte? Der Artikelautor hat ACTA mit keinem Wort erwähnt) ist nicht berechtigt. Kauder mag aus Anlass von ACTA gefragt haben; die Frage hatte aber überhaupt keinen Bezug zu ACTA, sondern bezog sich auf das “geistige Eigentum” (ganz unabhängig von ACTA). Vermutlich wollte Kauder ausloten, wie der Petent generell zu Immaterialgütern steht. Der Vergleich mit einem Rad war aber ein ziemlicher Griff ins Klo. Kauder hätte danach fragen müssen, ob der Petent grundsätzlich der Ansicht ist, dass Immaterialgüter in gewissem Umfang ähnlich geschützt werden sollten, wie “reguläres” Eigentum.

        • Ich habe hier Starcraft II (eine meiner zwei Sünden gegen mein freies System).

          - Ich darf keinen Account eines anderen kaufen. Auch nicht importieren.
          - Ich muss es registrieren, um es nutzen zu können.
          - Ich kann es nicht auf 3 Rechnern gleichzeitig nutzen. Auch nicht, wenn die alle mir gehören und ich halt 3 Chars gegeneinander antreten lassen will. Ohne Internet kann ich es gar nicht nutzen.
          - Ich darf es nicht verändern.
          - Mein Nutzungsverhalten wird überwacht. Von Blizzard.
          - Haftung für Raubkopien bei Diebstahl: Ich habe noch nicht geprüft, was ich für Probleme kriege, wenn mir mein CD-Code abhanden kommt.
          - Verschenken darf ich meinen Account vermutlich auch nicht.
          - ja, und noch einiges mehr

          Hiermit kennst du ein Geistiges Monopol, dass so geschätzt ist.

  12. yt sagt:

    Herrlich. Bitte mehr davon !

    Es wäre ein schönes Zeichen diesen und ähnlich erhellende Texte zum Thema “geistiges Eigentum” copyleft zu publizieren, damit ihn möglichst viele Menschen lesen, weitergeben und auch tunen/remixen/erweitern.
    Zumindest eine Creative Common Lizenz sollte möglich sein, oder?

    Mit vernetzten Grüßen,
    yt

  13. sapere_audite sagt:

    Alleine dass Herr Kauder nicht zwischen Immaterialgütern und Materialgütern zu unterscheiden vermag oder es bewusst vermeidet, markiert deutlich wer die Urheberrechtskonflikte bzw. das Spannungsverhältnis zwischen “der Reproduzierbarkeit im digitalen Zeitalter” und “dem Schutz des Urhebers” im Kern nicht verstanden hat.

    Seine Fahrrad-Analogie ist beispielhaft dafür.

  14. Josch sagt:

    Ein absolut großartiger Beitrag zum Begriff “Geistiges Eigentum”. Ich hoffe Siggi Kauder lernt es irgendwann einmal.

  15. Oliver sagt:

    Was fuer ein herrlicher Beitrag, unheimlich unterhaltsam :)

    Da ich zum ersten mal, aber sicher nicht zum letzten mal, hier bin, konnte ich dem ALARM!!! Knopf nicht wiederstehen :D

    So jetzt less ich mal eine Runde hier in den weiteren Beitraegen.

    LG

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  20. ^^^Sehr Geilomat. Toller Text. LG Doreen

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  22. Quetzo sagt:

    Jemand musste Josef K.’s Fahrrad benutzt haben, denn ohne dass er etwas böses getan hätte, leutete die Fahrradklingel ununterbrochen…

  23. Baribal sagt:

    Da fehlt noch ein Detail, nämlich daß das Rad in den USA zwar in den schicksten Farben erhältlich ist, man in Deutschland aber die Wahl zwischen khaki, matschbraun und betongrau hat.

  24. nnoiz sagt:

    nicht heulen, anderes fahrrad kaufen oder selber eins bauen….

  25. Felix sagt:

    Ich bin von Beruf Musiker. Ich habe ein Vermögen in mein Musikstudium gesteckt. Dann steckte ich monatelange Arbeit in mein erstes Album. Darin steckten jahrelange Arbeit. Seit Kindheit habe ich Ideen gesammelt, penibel Tagebücher geführt, an meinen Ideen immer wieder gearbeitet, immer wieder bei Auftritten erprobt und endlich ist es soweit: Ich arbeite an meinem ersten Album. Für teures Geld miete ich die besten Musikinstrumente, schließlich soll es anständig klingen. Die Schlagzeugparts lasse ich von einem Studiomusiker einspielen, nach der Studioarbeit das Mastering, auch das kostet eine Menge. Nach mehreren Monaten arbeit ist das Album fertig und wird ins Internet gestellt.

    Rasend schnell wird es weiterverbreitet, gezogen, kopiert, es ist auf youtube, auf vimeo, Duzende von Leuten laden es in die Soundcloud hoch, andere unterlege ihre Videoclips damit – meine Songs wurden ein echter Knaller.

    Am Ende bin ich pleite, habe keinen einzigen Cent damit eingenommen, wogegen sich Videoportale eine goldene Nase verdienten, indem sie auf die Uploads meiner Musik Werbung schalteten. Schließlich kann ich nicht mehr und bin pleite, die Sache geht mir an die Substanz, in der Verzweiflung suche ich den Ausweg im Suizid.

    Nur weil so ein paar Nassauer meinen, dass sie alles klauen, rauben und ziehen müssen. Das Raubkopieren von Inhalten ist ein Verbrechen, genauso wie Ladendiebstahl oder der Diebstahl eines Fahrrads. Wer einen Kopierschutz knackt ist genauso kriminell, wie jemand, der eine Wohnungstür aufbricht.

    • Prometheus sagt:

      Wie kommt es eigentlich das sogenannte “Künstler” immer glauben eine Überlebensgarantie besitzen zu können? Nur weil jemand etwas geschaffen hat heißt das nicht das man davon auch leben kann und die gesamte Materielle Ökonomie versteht das auch, nur diese “Künstler” nicht.

      Ich kann nur sagen das es so etwas wie ein Unternehmerisches Risiko gibt, das Sie falsch eingeschätzt haben. Natürlich haben Sie viel Zeit und Geld in ihr Studium gesteckt. Das haben aber andere auch und verlangen da durch noch keine Garantien. Natürlich haben Sie viel Liebe, Zeit und Geld in Ihr Projekt/Unternehmen gesteckt. Aber auch das haben andere auch ohne das daraus eine Garantie erwachsen ist.

      Nun haben Sie also probiert Ihr Produkt an den Kunden zu bringen und sind gescheitert. Das ist traurig und nicht wünschenswert. Aber immer noch kann ich nicht sehen wie so daraus eine Garantie ableitbar ist. Ihr Produkt war dem Kunden nichts Wert. Das ist eine einfache Ökonomische Tatsache. Natürlich können wir uns nun beklagen das aber andere mit Ihrem Produkt Geld verdienen. Aber sehen Sie das mal so, dessen Produkt/Dienstleistung ist es dem Kunden wert Geld/Aufmerksamkeit zu invertieren. Die Frage ist also ob Sie nun behaupten das deren Produkte ohne ihres nichts Wert ist.

      • loquenzy sagt:

        Stell dir mal vor, ein Künstler malt Jahre lang Bilder, sammelt dazu Ideen, steckt Geld und viel Energie hinein.

        Schließlich stellt er die Bilder in einer Galerie aus – und keiner geht hin.

        (Fast die) gleiche Situation wie du uns geschildert hast, nur das er sich komischer Weise bei niemandem beschweren kann. Natürlich sind seine Bilder kein riesiger Erfolg, werden nicht kopiert usw wie bei dir, aber auch nur deswegen, weil sie von keinem gesehen wurden, weil er meinte, sie exklusiv gegen Geld auszustellen bzw zu verkaufen.

        Als Künstler sollte man Kunst machen um eben dieser Kunst willen, nicht um Geld zu verdienen. Wer nur auf Profit aus ist, und sich dann beschwert, das andere – “wir Raubkopierer” – eben auch nur unser Geld behalten möchten, darf sich nicht wundern, wenn er letztendlich wie in deinem Beispiel, im Sarg endet.

      • Christoph sagt:

        Prometheus, Du hast in mehrfacher Hinsicht Unrecht.

        1. Es gibt keine Überlebensgarantie und das erwartet auch niemand. Man erwartet nur wie bei jeder Arbeit, dass sie gerecht entlohnt wird. Warum ist es das Normalste der Welt, dass man mit seiner Hände Arbeit Rentenansprüche erwirbt, nicht aber mit seines Kopfes Arbeit?

        2. Unternehmerisches Risiko kann und muss man abschätzen, aber man muss dabei nicht Rechtsverstöße ans naturgegben einplanen. Wäre das der Fall, ließe sich unternehmerisches Risiko überhaupt nicht mehr abschätzen und deshalb auch nicht mehr verantworten. Niemand dürfte mehr investieren.

        3. Felix ist nicht gescheitert, sein Produkt an den Kunden zu bringen – in Gegenteil, er war viel erfolgreicher als erhofft. Nur leider hat sich der Erfolg nicht finanziell ausgezahlt, im Gegenteil: Durch das Kopieren etc. wurde er geschmälert.

        4. Angesichts dieses Erfolges zu behaupten, Felix Musik sei den Kunden nichts wert, ist schon ein herber Schlag ins Gesicht. Es ist nicht das Produkt, dass den Wert ausmacht, sondern seine Verfügbarkeit. Wenn etwas überall umsonst zu haben ist, welche Motivation gibt es dann, es zu kaufen?

        Deine Logik “Wer kopiert wird, ist selber schuld”, ist schon reichlich drumdreist. Auf das Fahrrad übertragen hieße das in etwa: “Wer sich ein gutes Fahrrad kauft, ist selbst schuld, wenn es geklaut wird. Es gibt keine Garantie dafür, dass man es behalten kann.” Wolltest Du das wirklcih sagen?!

    • Peter sagt:

      Nicht dein Ernst, oder?

      • Prometheus sagt:

        Teil weise schon. Natürlich ist es nicht OK was die dritten mit ihren Produkten machen. Diese vermarkten ein Produkt was nur zum teil ihnen “Gehört”. Daher verstehe ich alle Kritik an meiner extremen Sicht.

        Aber es bleibt nun mal Fakt das der Kunde nicht bereit war (warum auch immer) den Vertragsabschluss zu suchen. Das ist zu aller erst einmal Unternehmerisches Risiko und kennt jeder Kaufmann.

        Was mir aber aufgefallen ist, ist das Künstler sich diesem Risiko versuchen zu entziehen und herum schreien wie viel sie doch gemacht hätten und wie wenig dabei raus kämme. Und da kann ich nur sagen, stellt euch der Realität. Ihr (die “Künstler”) vermarktet in unseren modernen Gesellschaft eine Ware. Von dem Erlös dieser Ware können nicht viele leben. Oft ist es ein minus Geschäft. Das ist leider Realität und daraus Folgt einfach das es keinen Anspruch geben kann von diesem Gut auch leben zu können. Wer es kann, gut. Wer nicht muss sich fragen warum. Und hier ist es zu naiv zu sagen die Anderen Mitbewerber sind schult. Im speziellem im Bereich Musik haben wir ein Überangebot und Beliebigkeit welche es nahezu sicherstellt das man hiervon alleine nicht leben kann.

        • Michael sagt:

          Ich kann diesen Dreck echt nicht mehr lesen. Fakt ist, dass es einer Enteignung des Künstlers gleichkommt, wenn irgendwelche Schmarotzer alles ungenehmigt kostenlos ins Internet stellen und damit dazu beitragen, dass Kunst und Wort in jeder Form nicht mehr verkauft, sondern kostenlos kopiert werden können. [PR? Ja klar, aber ungefragt und fast immer ungewünscht uznd oft in keiner Relation zum wirtscjaftlichen Verlust!]
          Ein starkes Urheberrecht, ein starkes Nutzungsrecht und ein starkes Leistungsschutzrecht soll genau das verhindern und das ist prinzipiell gut so. Wer es anders will, kann die eigenen Werke auch jetzt schon selbst kostnfrei ins Netz stellen. Aber es gibt kein Recht darauf, etwas kostenlos zu saugen oder zu ungefragt benutzen, was der Künstler nicht kostenfrei oder für gewisse Zwecke zur Verfügung stellen will. Punkt! Aus! Fertig!

          • Flusskiesel sagt:

            Genau! Einfach das Internet abschaffen! Das ist nämlich nichts anderes als eine gewaltige Kopiermaschine!

            Punkt! Aus! Fertig!

            Kündige Du am besten Deinen DSL-Vertrag – immerhin ein Anfang!

            PS: “Künstler” und “Leistungsschutzrecht” haben nichts miteinander zu tun. Das “Leistungsschutzrecht” soll in erster Linie Presseverlage einen anstrengungslosen Wohlstand ermöglichen, da sie dadurch für Inhalte, die sie selbst kostenfrei ins Internet stellen, vergütet werden sollen.

          • Philipp sagt:

            Beweise, bitte! Wie hoch ist denn der wirtschaftliche Verlust für Künstler durch das Internet wirklich? Da gibt es doch keine belastbaren Zahlen zu!

            Schau Dir doch bitte die Verkaufszahlen des neuen Ärztealbums an, oder die Besucherzahlen zu “Avengers”, und dann erklär mir nochmal die Stelle mit dem wirtschaftlichen Verlust durch das Internet.

          • Michael sagt:

            Bleibt mal sachlich. Warum sollten irgendwelche User Songs oder Texte oder Bilder von einem Künstler/Journalisten veröffentlichen und verbreiten dürfen, ohne dass dieser es will? DARUM geht es! Das hat nichts mit den Möglichkeiten des Internets zu tun, sondern dass Dinge UNGEFRAGT und UNGENEHMIGT passieren. Und wie gesagt – schon jetzt kann jeder Urheber alles kostenfrei zur Verbreitung zur Verfügung stellen. Es geht nicht darum, das Internet abzuschaffen. Aber auch das Internet ist kein rechtsfreier Raum, in dem jeder alles machen kann, was er will, nur weil es geht. Es ist eine Zumutung, erst Werke (nenne wir sie mal so) ungefragt und ungenehmigt zu verbreiten und dann vielleicht noch zu sagen: Tja, Urheber, dein Geschäftsmodell ist eben nicht ausgereift. Geht’s noch? Dem Urheber wird ein Vorwurf gemacht, weil ein anderer etwas unberechtigt stielt und verbreitet?

            Ganz praxisnah: Wenn meine Texte aus dem Web jemand auf seiner Webseite in voller Länger abdruckt oder daraus ein Buch oder E-Book macht und an diesem verdient, warum soll ich sagen, okay, ist ja PR? Nein, ich will davon natürlich etwas ab, weil es meine Arbeit war und meine Entscheidung sein MUSS, was damit passiert.

            Darum geht es: Der Urheber muss entscheiden dürfen. Ob er alles kostenlos ins Netz stellt oder eine Gesellschaft zur Wahrung seiner Rechte beauftragt oder einen Vertrag mit einem Label oder einer Zeitung unterschreibt, ist doch völlig zweitrangig. Wichtig ist nur, dass die grundsätzliche Entscheidung bei ihm liegen muss. Alles andere IST eine Entmündigung.

          • SSJKamui sagt:

            @Michael:
            Jemand, wie sie, der hier jeden Kritiker des Urheberrechts pauschal als Schmarotzer, Kommunisten oder sonstwas beschimpft sollte hier nicht Anderen unsachliche Argumentation vorwerfen.

    • ansgar sagt:

      Auch ich bin Musiker. Schon als Kind war ich fasziniert von der Welt der Töne, Musik zog mich magisch an. Sie half mir in den eher dunklen Tagen meines Lebens. Ich weiss nicht, ob ich ohne Musik heute noch leben würde.

      Wie dem auch sei – ich bin nicht untalentiert, und so entwickelte sich meine Musikerkarriere. Ich bin so dankbar, dass ich heute lebe und nicht vor 50 oder mehr Jahren. Einige meiner Vorbilder konnten nur nebenbei musizieren (Ich denke daran, wie Keith Richards von den Rolling Stones 1964 bei Chess Records sein Vorbild Muddy Waters traf, während dieser die Decke des Studios strich), und die technischen Vorraussetzungen waren so limitiert. Kann man sich heute vorstellen, dass “Sgt. Pepper” von den Beatles auf 4-Spur-Maschinen produziert wurde? Und Monster-Produktionen wie “Dark side of the Moon”, die in den 70ern etliche Millionen verschlangen, lassen sich heute im Heimstudio realisieren. Programme mit Groove-quantizising lassen jeden Hinterhof-Schlagzeuger (fast) so gut klingen wie einen Studiomusiker. Zwar ersetzt all das weder Talent noch Aussage, aber talentierte Künstler haben es heute einfacher.

      Ja, ich bin dankbar, dass ich mein Geld mit dem verdienen kann, was ich liebe. CD-Verkäufe, Merchandising, und vor allem Auftritte werfen mehr als genug Geld ab zum Leben, nicht nur zum Überleben. Für nichts in der Welt möchte ich tauschen mit meinen alten Freunden, die fünf Tage pro Woche ins Büro gehen und sich mit Office-Programmen rumquälen.

      Manchmal werde ich nach Auftritten von Fans gefragt, ob ich nicht enttäuscht sei darüber, dass meine Musik auch raubkopiert werde und ich nicht wie Musiker der vergangenen Generationen Millionen mache. Ich denke dann an Muddy Waters und an Office, lächle und sage “Nein”.

    • Martin sagt:

      Felix,

      wenn du so ein Projekt durchziehst dann solltest du auch in der Lage auf deiner Webseite
      einen Shop einzubiden und es wie Radiohead zu machen.

    • Was Du übersehen hast, ist der Werbeeffekt der Verbreitung. Und das hier: Mythos Raubkopie.

  26. BenD sagt:

    Gelungener Text! Chapeau!

  27. Pingback: Meine Nachrichten des Tages 07.05.2012f - Pirat Aleks A.

  28. Slash sagt:

    Um deinen Vergleich etwas sachgemäßer auszugestalten, hättest du noch sagen müssen,
    dass die Schräubchen, die Katzenlichter, der Rahmen, und die Reifen von anderen
    Leuten stammen und nicht vergütet worden sind, womit es natürlich nicht vertretbar ist, einen Eigentumsanspruch auf das Fahrrad zu erheben.

    Genau das liegt nämlich bei geistigen Werken vor:
    Geistige Werke sind Schöpfungen eines konkreten Individuums, die es ohne dieses Individuum nicht gegeben hätte; allerdings bauen geistige Werke gleichermaßen auch auf früheren geistigen Werken auf! Unter anderem auch auf Inhalte, die mittlerweile Gemeingut sind (Kinderlieder, Bildung, Genre-prägende geistige Werke, etc.). Geistige Schöpfungen sind keine genialen Eingebungen, die im luftleeren Raum entstehen: Ohne traditionelle fernöstliche Musik, kein Song “In the Light” von Led Zeppelin; ohne Klassik, keine Rock-Band Muse; ohne Bauhaus-Architektur keine Egon Eiermann-Architektur etc. Weil geistige Werke zu einem hohen Anteil nur eine Ableitung von unserem kulturellen Inventar sind, und damit von etwas, das uns allen gehört, ist es absurd, einen Eigentumsanspruch auf ein geistiges Werk zu erheben, der ja alle anderen absolut von der Nutzung ausschließt. In dem Moment, in dem man das macht, begeht man nach dieser Logik ja selbst Diebstahl; nämlich an den Urhebern von geistigen Werken, die einen bei seinem eigenen Schaffen beeinflusst haben. Das zeigt auf: Man muss mit geistigen Werken anders umgehen, als mit Eigentum; freizügiger. Urhebern steht natürlich ein Vorrecht zu, aber die Allgemeinheit hat gleichermaßen ein Recht auf Zugeständnisse. Genau so war unser Urheberrecht in seiner Erstfassung auch ausgestaltet. Jener Rechtsgedanke ist mittlerweile aber leider durch beständige, jahrzehntelange Lobbyarbeit pervertiert, so dass unser heutiges Urheberrecht kein kodifizierter Interessensausgleich zwischen Urhebern und Allgemeinheit mehr ist, sondern ein Verwerterrecht, das die Interessen der Rechteverwerter viel zu stark berücksichtigt, und das zulasten aller anderen Interessensgruppen, auch der Interessensgruppe der Urheber.

    Manche in unseren Reihen sagen, geistige Werke können nur dann als Eigentum gewertet werden, so
    lange man sie noch nicht veröffentlicht hat, aber das stimmt nicht; geistige Werke haben – wie soeben ausgeführt – von den frühsten Anfängen ihres Entstehungsprozesses an einen “Ableitungs/Aufbau-Charakter” – und der schließt den Eigentumsanspruch von vornherein aus, selbst dann, wenn das geistige Werk niemals veröffentlicht wird.

    Viele Grüße,
    / aka Oliver

  29. Puh sagt:

    Mag den Alarm-Button, aber der Retweet-Button ist ja mal ganz großer Bockmist – warum muss ich einer App erlauben in meinem Namen auf Twitter zu veröffentlichen, statt dass der Tweet einfach über die Twitter-Api gesendet wird? Das geht auch ganz ohne irgendwelche Rechte fremden Websites und Apps zu geben. Wollte ich nur mal sagen.

  30. Phillip sagt:

    Der Service ist sicherlich teuer. Ob da noch was für den Schweißer und den Schrauber übrig bleibt?

  31. Pingback: Too much information - Papierkorb - Nachtgeschichten vom 8. Mai 2012

  32. WERWIE sagt:

    wir müssen uns fusionieren diese marode system ist fertig!!

  33. Teiresias sagt:

    Hab’ durchgehalten bis zum letzten Satz …

    Liebe Grüße aus Berlin,
    Tei

    P.S. Im ersten Satz ist ein Kompliment chiffriert. Bitte nicht wegwerfen …

  34. Pingback: Geistiges Eigentum ist wie ein Fahrrad « Arschpolitik

  35. Nino sagt:

    Was ein herrlicher Text. Danke für die Versinnbildlichung.

  36. Nils Mehnert sagt:

    Nicht zu vergessen, dass ich die Erlaubnis des Herstellers brauche, wenn ich auf meinem Rad fahren und das anderen zeigen will, oder mich sonst auch strafbar machen.

  37. Pingback: Gelesen und gemerkt am 8.5.2012 | just another weblog :: Christian Fischer – fine bloggin' since 2001

  38. Pingback: Kurz verlinkt: Fahrräder, Piraten, Geistiges Eigentum

  39. Pingback: Mal wieder: “Geistiges Eigentum” usw. | ZAFUL

  40. Victor Volle sagt:

    Was natürlich fehlt, sind die Gebühren,
    die Du zahlen musst, wenn Du das Fahrrad in der Öffentlichkeit fährst,
    wo andere es sehen können.

  41. Pingback: Mon vélo. Allégorie contemporaine. » Politique du Netz

  42. Paul sagt:

    Hallo ! Ich habe deinen schönen Zettel auf Fr übersetzt. Ich hoffe, du bist damit zufrieden :) http://politiquedunetz.sploing.fr/2012/05/mon-velo-allegorie-contemporaine/

  43. Die, die dir wirklich wehtut, heißt Wahrheit sagt:

    Der traurige Effekt des Artikels ist vielleicht, dass das mehrere große Fahrrad Hersteller mitbekommen, sich mit dem Apfel zusammentun & dann gibt es iFahrrad.
    Das funktioniert dann ungefähr so wie im Artikel beschrieben, kostet aber doppelt soviel wie jetzige Fahrräder…

  44. Pingback: Anonymous

  45. Günter Stadler sagt:

    Der Umgang mit geistigem Eigentum war schon immer etwas freizügiger. Vermutlich, weil geistiges Eigentum nur sehr selten auf dem Mist derer gedeiht, die für die Gesetzgebung verantwortlich zeichnen.

  46. Pingback: Linksammlung Urheberrecht

  47. Frank sagt:

    Eingetlich wollte ich mir das Spiel Santa Cruz zulegen. Nach dem Artikel werde ich das nicht tun, sondern warten bis ich es kostenlos aus dem Internet runterladen kann. Und bis dahin … spiele ich eben was anderes!

    • zeitweise sagt:

      Hallo Frank,

      die Brettspielszene ist ein gutes Beispiel dafür, dass man den Nutzer nicht gängeln muss, wenn man seine Produkte verkaufen will. Du darfst Brettspiele spielen wo du willst und mit wem du willst, du darfst sie ausleihen, du darfst sie mit eigenen Hausregeln spielen und du darfst das Material herausnehmen und ein neues Spiel damit erfinden.

      Wenn jemand ein Spiel von mir kauft, freue ich mich sehr. Aber deshalb werde ich nicht beginnen zu überwachen, was er damit machst oder ihm eine Abmahnung schicken, weil er die Regeln auf Polnisch übersetzt.

      Was wir brauchen, ist wieder Wertschätzung zwischen Kreativen und Nutzern. Die bekommt man nicht mit dem Holzhammer, sondern dadurch, dass man fair miteinander umgeht. Ansonsten kann ich nur empfehlen, diejenigen mit Geld zu bewerfen, die Dinge tun, die du wirklich magst.

      Viele Grüße
      Marcel

      P.S. Und als Alternative: Schau dir mal Mogelmotte an. Das ist auch ein tolles Spiel.

      • Frank sagt:

        Stimmt, mit dem Brettspiel kann ich das machen. Das habe ich aber auch bezahlt und nicht kostenlos irgendwo herunter geladen (und damit verfielfältigt) – so wie es die Piraten füt “nicht kommerzielle Zwecke” fordern.

        Wieso sollten digitale Güter kostenlos zur Verfügung stehen? Um das “Wissen der Menschheit zu verbreiten”? LoL. Das ist nichts weiter als ein billiger Deckmantel an scheinheiligen Argument für “Internet-Junkies” um ihre “Droge” weiterhin kostenlos beziehen zu können..

  48. Eduart sagt:

    OMG :) selten so geschmunzelt.

  49. Thorsten sagt:

    Man könnte auch noch erwähnen, das die Fahrad-Hersteller all jene unter Generalverdacht stellen, die sich Werkzeug oder gar einen Anhänger für das Auto zulegen. Da man Fahräder damit illegalerweise nachbauen, unterstellen oder transportieren KÖNNTE, werden diese Dinge präventiv mit einer Zwangsgebühr versehen.

    Seltsamerweise zeigen sich die Fahrad-Hersteller dennoch sauer, wenn man die Leistung für die erbrachte Gebühr dann auch in Anspruch nimmt…

  50. Pingback: Hinweis vor der NRW-Wahl am Sonntag » Blog von Peter Piksa

  51. Rene sagt:

    Schöner Test.
    Hast du bedacht das dein neues Rad unbenutzbar wird wenn dein Farradhändler zumacht oder den Code für dein remote Schloß verbummelt?

  52. Ani sagt:

    Du hast absolut Recht. Was sich die Hersteller mit ihrer Software, e-books etc. erlauben, das wäre bei materiellen Gütern total irrwitzig.

  53. pieh-ejdsch sagt:

    Ja das ist schon sehr bedauerlich, dass ich meine Worte nicht festhalten kann um sie trotzdem wieder und wieder in andere Ohren zu lassen. Meine Werke und Schöpfungen nur angesehen und benutzt werden, wenn sie jemand ansieht und nimmt. Was ich einmal tat, war für den Augenblick nur für die da – die dabei waren. Sie gaben alle ihren Taler ab.
    Wohl dem der meine Worte nutzt und Taten wiederspiegelt dem werde ich für jedesmal die Taschen leeren.

    Den Tisch, der einst von mir erdacht, hatt ich gebaut, verkaufte ich ein einziges mal für Geld. Er ging durch viele Hände und jeder hatte seinen Nuten daran. Ich auch – EINMAL zum Anfang.

    Hinzu kommt noch, dass ich mit dem Rad nicht sofort losfahren kann, sondern erstmal diesen schönen großen Aufkleber bis zum Schluss Durchlesen muss. Auch das Kleingedrukte ist wichtig. Leider muss ich dies jedesmal machen wenn ich mich in der Früh in den Sattel schwingen möchte. Hätte ich doch nur ein anderes Rad genommen.
    Den Aufkleber wollte ich schonmal abkratzen – hab es dann aber doch gelassen.
    Ich errinnerte mich an diese lange Sache bei einen Bekannten:
    Er hat seinen Aufkleber jetztz entfernt. Sein eigenes Rad darf er nun nicht mehr Nutzen. Er könnte es ja noch in der Garage nutzen wenn er wieder einen solchen Aufkleber draufmacht. Der kostet nochmal genausoviel wie das Rad und die Firma die den Aufkleber draufmachen wollte, hat Ihm doch tatsächlich gesagt, “Wir vermessen den Garten, die Stube, die Küche und das Schlafzimmer. Die Farbe und Anzahl der Möbel wird auch notiert.”
    Als er dann der Firma sagte er habe schon öfter neue Möbel gekauft und den Aufkleber hat er ja nur abgemacht, weil er eine neue Couch in die Stube stellte und sein Fahrrad ging danach nicht mehr – der Aufkleber war ja auch über den Sattel drüberweg gequollen. Die Firma meinte er solle sein Rad auf die Straße schieben und der Aufkleber wird über Nacht wieder Normal. Das tat er dann auch. Aber, was musste er sehen? Das Rad war total verrostet. Die Firma meinte dann zu ihm er hätte zu oft neue Möbel gekauft und nun muss er immer wieder zur Firma fahren und erzählen, was für Möbel er in welcher Farbe hat. Vorher wäre das nicht nötig gewesen, weil sein Fahrrad dies schon gemacht hatte, als es sich noch auf der Straße fahren lies. Und den Rost kriegt er nicht wieder ab.

    Ich mach mir mittlerweile viele Gedanken. Letztens hatte ich in der Küche eine Neue Lampe hingehangen. Als ich danach mein Fahrrad nahm wollte es sich gar nicht so richtig benutzen lassen. Ich stellte es auf die Straße und hoffte das es nicht Rostete. Ich amtete Durch als ich nach zwei Minuten endlich losfahren konnte.

    Beruhigt bin ich aber immer noch nicht – in zwei Monaten ziehen nämlich wir um.

  54. Pingback: KW19: Code Comparing Tools, C# – Attribute, App-Vermarktung und mehr - Der Softwareentwickler Blog

  55. Adrian sagt:

    Auf den Punkt – Hammer zu lesen. Habs zuerst auf Golem entdeckt.

  56. minorLeo sagt:

    Sehr geil geschrieben!
    Von mit “BEIDE DAUMEN HOCH”, wenn ich das sagen darf… :twisted:

  57. Zuerst habe ich gedacht – das ist doch Satire.
    Dann habe ich weiter drüber nachgedacht und muss gestehen, es ist für Herrn Kauder eine Steilvorlage und erklärt es eigentlich ziemlich gut (bin nicht so ein Freund von Herrn Kauder).

    Wenn man dieses Fahrrad unbedingt haben will trotz all diese Einschränkungen, ist es die eigene Entscheidung es so zu kaufen. Wenn der Hersteller genug Menschen findet, die das Rad kaufen mit all den Einschränkungen, kann es ihm doch eigentlich egal sein, ob noch andere Menschen dieses Rad gerne hätten – nur ohne die Einschränkungen. Und wenn niemand das Rad haben möchte mit den Einschränkungen, muss sich der Hersteller überlegen, ob er dies verändert oder die Produktion einstellt.

    Oder sollte man den Hersteller zwingen, ein Jahr einen Prototypen zu entwickeln, damit andere dieses dann kopieren können und verkaufen und das Geld selbst behalten? Die geleistete Arbeit des Herstellers wird dann selbstverständlich bezahlt von… von… ähm von… Vom Sozialamt vielleicht!

    Ja, stimmt. So in etwa muss man sich die Sache mit dem Urheberrecht vorstellen.

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  60. Daniel Bassermann sagt:

    Hi,

    wenn du ein Problem mit dem Fahrrad hast, dann lass es halt stehen.
    Wenn du ein Problem mit dem Filmeproduzenten, DVD-Typen hast, Verleiher usw. dann guck halt seinen Film nicht.

    Um Himmelswillen, hab doch den Arsch in der Hose, einfach mal konsequent zu sein.

    Wenn Du ein Problem hast, was ein Urheber mit seinem “eigentum” macht, und welche Bedingungen er stellt, dann kümmer Dich nicht drum. Oder, aber das haben die Pappnasen nicht drauf: Selber machen.

    Beste Grüße

    Musiker, Autor, Geistig-Schaffender

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  62. Daniel Bassermann sagt:

    Kurzfassung: Ist die monatliche Gebühr der Flatrate höher als die sich aus einzelnen Konsumeinheiten zusammensetzende Gebühr, ergibt die Flatrate keinen Sinn, der Konsument würde ja “zuviel” bezahlen. Ist sie geringer, was wahrscheinlicher ist, so ist sie gegenüber dem Produzenten ungerecht. Ein zweites Problem ergibt sich aus der Verteilung des Gewinns und der Lasten. Wie ist der “Gewinn” auf die Produzenten “gerecht” aufzuteilen? Eine vollkommene Unmöglichkeit. Wie sind die Lasten der Flatrate aufzuteilen? Bürger mit geringerem Konsum würden ihr Vermögen auf Bürger mit hohem Konsum umverteilen. So haben sich die Sozis das gedacht. Nicht mit uns. Wer konsumiert zahlt, wer nicht konsumiert muss demnach nicht zahlen. So einfach.

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  70. Jan Karres sagt:

    Respekt. Das momentane Urheberrecht und dessen Probleme in Worte zu fassen ist dir grandios gelungen – nur lesen so etwas die Leute, die über die Zukunft des Urheberrechts entscheiden können (aus der Hierarchien Sicht her), so etwas bestimmt nicht…

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  76. LinkLevel sagt:

    Hi, Thema aufgenommen in Blogartikel “Fahrrad mit Urheberrechten und Autos von Microsoft”

    http://linklevel.de/fahrrad-mit-urheberrechten-und-autos-von-microsoft/2012/05/12/

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  84. Gabriel sagt:

    Hahahaha…, ich hab noch nie im Leben so viel gelacht und denoch schlucken müssen.
    Den egal wie unwahrscheinlich sich diese Geschichte auch anhört, wir sind auf dem besten Weg zu solch einer Gesellschaft. Eine Gesellschaft in der nur die, die das dicke Geld machen, etwas zu melden haben und uns vorschreiben können, was, wie, wo und wann wir tun dürfen.
    Herrlicher Text! Ich verneige mich :)

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