Rückblick: Was 2012 alles nicht geschah

Januar 2012

Millionen von Deutschen nehmen sich am wärmsten Neujahrstag seit 1877 vor, joggen zu gehen, mit dem Rauchen aufzuhören und weniger zu trinken, lassen ihren guten Vorsätzen aber keine Taten folgen.

Die Welt ist auf Gangnam-Style noch nicht vorbereitet.

Angela Merkel beendet die Eurokrise nicht durch beherztes Eingreifen.

Februar 2012

Der nordkoreanische Diktator Kim Jong-il (geboren als Juri Irsenowitsch Kim) blickt nicht mehr auf Seide, Schuhsohlen oder Dosensuppen.

Großzügig verzichtet Christian Wulff nach seinem Rücktritt nicht auf seinen Ehrensold.

März 2012

Das wunderbare Playstation-Network-Spiel „Journey“ erscheint nicht für andere Plattformen.

Die FDP fliegt absurderweise nicht aus dem saarländischen Landtag.

Trotz eindringlicher Empfehlung von Till Schweiger wird der Tatort-Vorspann auch nach 42 Jahren nicht verändert.

April 2012

Bundesweit versteckt kein einziger Hase Schokoladenostereier.

Im Fernsehen werden eine Woche lang keine Sendungen ausgestrahlt, die nicht den Untergang der Titanic vor 100 Jahren thematisieren.

Der intelligente Internetkühlschrank wird nicht zum Massenprodukt.

Mai 2012

Facebook macht seine Kleinaktionäre über Nacht nicht reich.

Selbst aus dem Landtag von Schleswig-Holstein fliegt die FDP wundersamerweise nicht. Phillip Rösler erfährt somit nicht, was das von ihm genutzte Wort „Anschlussverwendung“ in der Praxis bedeutet.

Nach Jahren des Rätselns verrät Ron Gilbert das Geheimnis von Monkey Island nicht.

Juni 2012

Der Flughafen Berlin Brandenburg (BER) wird nicht feierlich eröffnet. Als neuer Termin für eine feierliche Eröffnung wird zunächst der 17. März 2013 genannt, der ebenfalls nicht eingehalten werden wird. Weitere Eröffnungstermine werden (nicht) mit dem Wort „feierlich“ angekündigt.

Das Betreuungsgeld wird nicht in erster Lesung beraten, da zu viele Abgeordnete der Lesung fernbleiben und das Parlament nicht beschlussfähig ist.

Google kündigt Android 4.1 nicht mit dem Namen „Bubble Tea Tiny Latte Vanilla Cream Low Fat Jelly Bean“ an.

Die Microsoft Surface heißt nicht mehr Microsoft Surface. Dafür wird Microsofts neue Microsoft Surface ohne Erscheinungsdatum angekündigt.

Marty McFly reist mal wieder nicht zum 27. Juni 2012, um Hoverboard zu fahren.

Juli 2012

Trotz fehlender Nasepopelszenen von Jogi Löw wird die Deutsche Fußballnationalmannschaft zum wiederholten Male ungeplant nicht Europameister.

Der musikalische Ausflug von Megaupload-Gründer Kim Schmitz „Mr President“ führt nicht zu weltweiten, frenetischen Sympathiebekundungen.

Der Klout-Score wird trotz Medienberichterstattung nicht relevanter.

Julian Assange flieht vor seiner Auslieferung nach Schweden nicht in die Peruanische Botschaft, sondern in die Botschaft von Ecuador.

August 2012

Twitter bedankt sich weder bei den 3rd Party Clients für ihre großartige Arbeit, Twitter populär gemacht zu haben, noch sichert es ihnen zu, weiterhin sinnvollen Zugriff auf die API zu behalten.

App.net startet seinen Kurznachrichtendienst für Kreditkarteninhaber nicht mit dem Ziel, den Kunden zum Produkt zu machen. Dafür mit monatlicher Gebühr.

Clint Eastwood spricht in einer fulminanten Rede nicht mit Barack Obama, sondern einem Möbel.

Bei dem Versuch, ein Jesus-Fresko zu restaurieren, wird ein Jesus-Fresko nicht restauriert.

September 2012

Nokia erobert mit seinem Windows-Phone nicht auf Anhieb die Marktführerschaft zurück.

Die Initiatoren diverser, heftiger Shitstorms vom September 2012 stellen erschrocken fest, dass sie nicht den Weltfrieden hergestellt haben, verfolgen diese Erkenntnis aber nicht weiter, da sie ein Eichhörnchen entdecken.

Nach Protesten erscheint ein Buch mit lustigen Tweets ohne Nennung der Verfasser nicht.

Apple bestückt seine iOS-Geräte weder mit dem besten Kartenmaterial jenseits von Schöneiche bei Berlin, stellt zum Ausgleich allerdings auch kein analoges iPhone aus Papier vor:

Oktober 2012

Felix Baumgartner wird nach seinem spektakulären Sprung aus der Stratosphäre nicht zum gefragten Politikberater.

George Lucas gibt „Star Wars“ nicht unter Creative-Commons-Lizenz in die Hände der Fans, sondern verkauft es an Disney.

Das Buch „Internet – Segen oder Fluch?“ von Kathrin Passig und Sascha Lobo erscheint nicht als zweibändiger, zielgruppentrennungsgerechter Bestseller „Segen Internet“ und „Fluch Internet“.

Obwohl Angela Merkel Annette Schavan ihr vollstes Vertrauen ausspricht, muss sie als Ministerin nicht zurücktreten.

November 2012

Der New-York-City-Marathon findet nicht statt.

Obwohl er verspricht, die Reichen noch reicher zu machen, gewinnt Mitt Romney die US-Präsidentschaftswahlen gegen Barack Obama nicht.

Auch @mspro gewinnt nicht. Diesmal geht es um eine Wette mit Marcel Weiß.

Auf dem Programmparteitag der Piratenpartei in Bochum, erhält der Antrag zur zeitnahen Erforschung von Zeitreisen in unserer Zeitlinie nicht die erforderliche Zwei-Drittel-Mehrheit und bereitet damit den Boden dafür, dass die Ereignisse dieses Jahresrückblicks auch in Zukunft nicht eintreten werden.

Der Papst spekuliert, dass Jesus Christus vor Christi Geburt geboren worden sein könnte, verkündet aber nicht, dass Jesus vermutlich bei einem gewöhnlichen Geschlechtsakt gezeugt wurde.

Die Krise der Printmedien beginnt nicht erst jetzt.

Skeuomorphismus wird nicht zum Jugendwort des Jahres gewählt.

Dezember 2012

Der Entwurf zum Leistungsschutzrecht wird nicht wegen Absurdität an den Ausschuss für peinliche Gesetzesvorlagen verwiesen.

Aufgrund digitaler Demenz werden die wichtigsten Ereignisse dieses Jahres in diesem Jahresrückblick nicht erwähnt.

Trotz kollektiver Gedankengleichschaltung durch Chemtrail-Mayas von der Rückseite des Mondes geht die Welt am 21. Dezember 2012 nicht unter.

Die überraschenden Entwicklungen der letzen Dezemberwoche finden in keinem Jahresrückblick mehr Berücksichtigung, da alle Jahresrückblicke bereits bis Mitte Dezember erschienen sind.

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