Warum wir für Bingen ein Approval Voting brauchen (Update 3)

approval(Bitte beachtet auch das Update weiter unten) Auf dem Bundesparteitag der Piraten im Mai 2010 in Bingen wird ein neuer Vorstand gewählt werden. Wahlsysteme gibt es viele und alle haben ihre Vor- und Nachteile. Warum ich bei Vorstandswahlen mit mehr als zwei Kandidaten für ein Approval Voting statt einer einfachen Mehrheitswahl plädiere, kann man in der folgenden kleinen Geschichte nachhören.

Warum wir für Bingen ein Approval Voting brauchen (.mp3)

UPDATE: Benjamin Stöcker hat mich darauf hingewiesen, dass die Freibeuter in meiner Geschichte nicht Satzungskonform abgestimmt haben. Für eine Wahl ist wohl immer eine Mehrheit von mindestens 50% nötig. My fault. Was hat das nun für Konsequenzen bei meinem Beispiel? Das Problem wäre gelöst, der Tschunkverbotsfreibeuter würde – beispielsweise in einer Stichwahl – abgewählt werden.

Wählen wir ein komplizierteres Beispiel: Neben dem Tschunkverbieter tritt noch ein Freibeuter an, der Tschunkzwang einführen möchte. Eine einfache Stichwahl würde uns hier nicht weiterhelfen, da nur die Wahl zwischen Pest und Cholera bestünde bzw beide Kandidaten auflaufen zu lassen. Natürlich gibt es auch hier Möglichkeiten, z.B. jeweils den schlechtesten Kandidaten zu eliminieren und eine erneute Wahl durchzuführen, bis ein Kandidat die 50%-Schwelle erreicht. (Update 2) Dies wäre recht aufwändig. Das Approval Voting ist, wie Benjamin Stöcker schreibt, anscheinend im Auszählprozess wesentlich aufwändiger.

Stellen wir uns vor, der Parteitag lässt in einer einfachen Stichwahl beide Bewerber scheitern. Was dann? Wenn ich es richtig verstanden habe, ist der Parteitag dann frei, zu entscheiden, wie er reagieren möchte. Eine Ad-hoc-Entscheidung halte ich jedoch für äußerst schwierig, wird sie doch wahrscheinlich zu hitzigen Debatten führen. Dieser Fall sollte also auch möglichst vor dem Parteitag geklärt sein. (Update 2 – Ende)

Wie lässt sich das Problem am besten lösen? Gibt es Möglichkeiten neben dem Approval Voting, die mit weniger Auszählaufwand verbunden wären? Oder versuche ich hier ein Scheinproblem zu lösen?

Update 3 (15.03.2009): Benjamin Stöcker beleuchtet in seinem Artikel Pro: Vergrößerung des Bundesvorstands Probleme, die bei der Wahl der Beisitzer auftreten können und warum hier eventuell ein anderes Wahlsystem sinnvoller wäre.

P.S. Natürlich gibt es noch weitere Wahlsysteme. Auch die Präferenzwahl hat ihren Charme, macht den Auszählungsprozess jedoch um einiges komplizierter.

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4 Antworten auf Warum wir für Bingen ein Approval Voting brauchen (Update 3)

  1. Sekor sagt:

    Eine schöne Geschichte, zauberhaft erzählt – ein sehr nachhaltiges Plädoyer für ein besseres Wahlsystem.

    Danke dafür!
    Sekor

  2. Tja und die geschichte hat einen nachteil, deine Partei verstößt gegen das Parteingesetz das MINDESTENS eine einfache mehrheit vorschreibt. Die hat der eine mit 21% nicht erreicht und nu?

    Und dann hätt ich noch ne frage: Machst du oder warst du schon Wahlhelfer bei so einem System? Ich ja und ich sage dir: Bullshit, zeitverschwendung. Vor allem weil es extrem schwer ist rauszufinden ob da einer die einfache mehrheit hat. Bei 5 Kandidaten zählst du dir an den Zettel die scheiß finger wund und brauchst 10 mal so lange.

    Aber warum Pragmatisch und einfach?

    Wer hierfür plädiert sollte dann auch bitte Wahlhelfer machen. Boris T. hat es damals in Bayern nicht mal nach MEHRFACHER Aufforderung für nötig gehalten beim Auszählen zuzuschauen. Tja, so kann ich auch noch so tolle System fordern, wenn ich mich für deren Auswirkungen nicht interessiere

    Und das dann das ach so tolle Voting System bei der Listenwahl angewandt, was wir haben, wo es aber nie angewandt werden dürfte weil es dort Minderheiten unterdrückt, aber macht ja nix. Hauptsache man hat es mal neu und anders gemacht….

    Und ich sage.. Bullshit, immer noch. Das Ding ist für RL Systeme die mit Hand ausgezählt werden zu aufwendig und graußam und kann eh nur bei nicht Listenwahl eingsetzt werden.

    Wer es fordert, der soll auf dem nächsten LPT auch der erste sein der hier schreit bei der Auszählung. Ich bin mir sicher die Wahlhelfer vom letzten mal machen es nicht noch einmal. Die waren sich nämlich ziemlich einig als sie die Auswirkungen erfahren durften.

    Und wir auf dem Parteitag machen dann einfach mal 2h Pause bei 7 Kandiaten für einen Posten bis die ausgezählt haben. Parteitage kosten nämlich nix.

  3. Anthem sagt:

    Ahoi Ben. Sach ma – bist du irgendwie gereizt? :)
    Nächstes Mal mach ich Wahlhelfer, und du führst das Protokoll :D

  4. Hehe, nee Protokoll mach ich nicht, Versammlungsleiter aber gerne in BaWü ;)

    Ja, werde bei dem Thema wirklich etwas unschön weil das Wahlverfahren (und ich meine jetzt nicht das erklären auf dem Parteitag) Zeit kostet, ziemlich viel sogar. Wenn wir mal 5 oder 6 Kandidaten für einen Posten haben wird einfach nur noch heftig bei Zettelwahl.

    Ich hab mal hochgerechnet was ein Parteitag effektiv (nicht nur die Parteikasse) kostet und komme auf summen die einfach unglaublich sind: 100€/Tag und Nase.

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